Arbeitsbericht 2001           H  
   

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Neben der wissenschaftlichen Arbeit im engeren Sinne standen im Jahr 2001 öffentlichkeitswirksame Wettbewerbe im Vordergrund. Vorlesewettbewerb für Schulkinder, "Sprachenfreundliche Gemeinde", "Ferteel iinjsen". Erstmals wurden Christian-Feddersen-Preise vergeben. Insbesondere der gemeinsam mit dem Norddeutschen Rundfunk und den Sparkassen ausgeschriebene Erzählwettbewerb fand große Resonanz und vermittelte wesentliche Anstöße zur Produktion von Literatur in nordfriesischer Sprache. Durch die aus Bundesmitteln finanzierte Beschaffung eines neuen Computer-Netzwerkes wurden seit Jahren bestehenden Hemmnisse auf diesem Gebiet überwunden. Das Nordfriisk Instituut wurde damit in die Lage versetzt, im Bereich des Internet und der neuen Medien künftig intensiver zu arbeiten. Hier eröffnen sich für die Förderung der friesischen Sprache und die Regionalforschung wesentliche Wirkungsmöglichkeiten.

Bredstedt, im Januar 2002

Im Namen und mit Hilfe aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Prof. Dr. Thomas Steensen



A. Personal

Am 31.12.2001 waren folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Institut beschäftigt:

  • Institutsdirektor: Prof. Dr. Thomas Steensen
  • Institutslektorin für friesische Sprache und Friesisch in den Medien, stellvertretende Institutsleiterin: Christina Tadsen, M. A. (ab 26. 10. 2001 bis voraussichtlich 20. 6. 2003 Inanspruchnahme der Elternzeit)
  • Institutslektorin, friesische Sprache und Literatur, Friesisch in den Medien: Antje Arfsten, M. A. (25 Stunden ab 1. 8. 2001, Vertretung für die Dauer der Elternzeit von Christina Tadsen)
  • Institutslektorin, friesische Sprache und Literatur, Nordfriesisches Jahrbuch: drs. Adeline Petersen (31 Stunden)
  • Institutslektor, Orts- und Regionalgeschichte, Bibliothek und Dokumentation, Zeitschrift Nordfriesland: Fiete Pingel, M.A. (1/2 Stelle)
  • Institutslektor, Geschichte und Landeskunde: Dr. Paul-Heinz Pauseback (1/2 Stelle ab 8. 1.)
  • Geschäftsführerin: Marlene Bierbach (31 Stunden/Woche)
  • Sekretärin: Rita Carlsen (29 Stunden/Woche)
  • Sachbearbeiterin: Anke Hoetter (24 Stunden/Woche)
  • Schreibkraft: Bärbel Andersen (16 Stunden/Woche, ab 1.1.2000)
  • Hauspflegerin und Bürogehilfin: Angela Sachau (1/2 Stelle)
  • Bibliotheks- und Archivhelferin: Astrid Karstensen (auf 630-DM-Basis)
  • Projekt “Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins“:Dipl.-Soziologe Harry Kunz
  • Projekt "Friesische Videofilme": Dr. Claas Riecken (mit Werkvertrag)
  • Projekt: “Auswanderer-Archiv Nordfriesland” : Dr. Paul-Heinz Pauseback (z.Zt. ehrenamtlich)

Vom Schulamt abgeordnet:

  • Mitarbeiterin für den friesischen Schulunterricht: Dörte Flor (18 Wochenstunden)

Praktikum:

  • Doris Stingl, ab 29. 10. im Rahmen des Projekts IBO (Individuelle berufliche Orientierung) der "chance Zeitarbeit gem. GmbH", Einsatz im Sekretariat

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B. Verein und Geschäftsführung

Der Vorstand des Vereins Nordfriesisches Institut e.V. setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

Vorsitzender:
Thede Boysen, Flensburg

stellv. Vorsitzender:
Nils Dahl, Bredstedt

Schriftführer:
Peter Nissen, Hamburg

stellv. Schriftführerin:
Marie Tångeberg, Efkebüll

Schatzmeister:
Heinrich Bahnsen, Breklum

stellv. Schatzmeisterin:
Eike Nielsen, Westerland/Sylt

Beisitzer, Foriining for nationale Friiske:
Eike Nommensen-Hingst, Hattstedt

Beisitzer, Nordfriesischer Verein:
Max Petersen, Niebüll

Beisitzer, Heimatbund Landschaft Eiderstedt:
Dr. Jürgen Hinrichsen, Garding

Beisitzer, Nordfriesische Wörterbuchstelle der Universität Kiel:
Prof. Dr. Jarich Hoekstra, Kiel

Beisitzer, Jugendgruppe des Nordfriisk Instituut:
Gary Funck, Husum

Beiratssprecherin:
Inken Völpel-Krohn, Kiel

stellv. Beiratssprecher:
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jacobsen, Utersum

Kuratoriumssprecher:
Prof. Dr. Dieter Lohmeier, Kiel


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Mitglieder

Mitgliederbewegung 2001:

  • Austritte11
  •    
  • Gestorben7
  •   
  • Streichungen6
  •   
  • Neue Mitglieder24

Mitgliederstatistik:

  • Einzelmitglieder554
  •    
  • Ehepaare 81 x 2162
  •    
  • Mitglieder mit ermäßigtem Beitrag75
  •    
  • juristische Personen64
  •    
  • Ehrenmitglieder7
Gesamtzahl der Mitglieder am 31.12.2001862

Die Mitgliederzahl blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Die Mitgliederversammlung fand am 28.4. in Husum statt. Das Kuratorium des Nordfriisk Instituut kam im Berichtsjahr nicht zusammen. Der Beirat traf sich wie gewohnt einmal im Frühjahr sowie im Herbst, der Vorstand kam sechsmal zusammen. Die Institutskonferenz beriet am 23.2. im Nordfriisk Instituut über das Arbeitsprogramm für die jahre 2001 bis 2003.

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Finanzen

Das Haushaltsvolumen umfasste im Berichtsjahr mehr als 1,3 Millionen DM. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf die Projekte zurückzuführen, die aus Bundesmitteln finanziert werden. Gefördert wurden 2001 drei Projekte: die Übertragung des westfriesischen Lehrwerks "Taal rotonde" in vier nordfriesische Dialekte, die Einrichtung eines Video-Studios in Stedesand und die Synchronisation von zehn Folgen einer Zeichentrickserie für Kinder sowie die Erneuerung des Computer-Netzwerkes im Institut. Die Bewilligungsbescheide gingen Mitte August im Institut ein. Bis zum Jahresende konnte das Projekt "Netzwerk" abgeschlossen werden: Die gesamte Verkabelung wurde den derzeitigen technischen Erfordernissen angepasst und alle Arbeitsplätze mit neuen Computern ausgestattet. Durch den zeitlichen Abstand zwischen Antragstellung und Zusage der Gelder entsprach der Finanzbedarf leider nicht mehr den zugesagten Projektmitteln, so dass die Anschaffung einer Bibliothekssoftware nicht realisiert werden konnte. Die weiteren Projekte sind angelaufen und werden im Jahr 2002 abgeschlossen werden.

Die institutionelle Förderung des Instituts blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert (Land Schleswig-Holstein 410 000 DM, Kreis Nordfriesland 104 990 DM, Südschleswigscher Verein 50 000 DM, Stadt Bredstedt 8 000 DM, Ausgleichsmittel von der Universität Flensburg 60 000 DM). Ein Antrag an die Sydslesvigsk Forening, die Förderung jedenfalls teilweise an die gestiegenen Kosten anzupassen und den Zuschuss auf 60 000 DM zu erhöhen, blieb ohne Erfolg.
Über die finanzielle Situation informiert im Übrigen der Haushaltsbericht des Schatzmeisters, der zur Mitgliederversammlung am 27. 4. 2002 vorgelegt wird.

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C. Verlag

Veröffentlichungen des Verlags wurden wieder auf mehreren Veranstaltungen präsentiert (s. F., G. und I.). Beim "Sprachenfest" zum Europäischen Sprachentag am 29. 9. in Leck, auf dem Nordelbischen Genealogentag am 7. 10. in Rickling, auf der Herbsttagung des Heimatvereins der Landschaft Angeln in Gelting am 20. 10., zur Eröffnung der Foto-Ausstellung von Hartmut Schwarzbach im Husumer Rathaus und auf der 4. Plattdeutschen Buchmesse vom 16. bis zum 18. 11. in Hamburg war das Institut jeweils mit einem Informationsstand bzw. Büchertisch vertreten.

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1. Periodische Schriften

Nordfriesland

Redaktion: Peter Nissen, Fiete Pingel und Prof. Dr. Thomas Steensen. Die Schlusskorrektur las im Berichtsjahr Harry Kunz. Die Nummern 133, 134 und 135/136 erschienen termingerecht im April, August und Dezember. Der Nummer 133 war der Arbeitsbericht, der Nummer 134 das Protokoll der Mitgliederversammlung 2001 beigeheftet, die Doppelnummer 135/136 enthielt friesische Weihnachts- und Neujahrskarten mit Motiven von Marie Tångeberg. Die technische Bearbeitung lag bei Fiete Pingel.

Nordfriesisches Jahrbuch

Schriftleitung: Hans Carstensen, Albert Panten, Adeline Petersen und Prof. Dr. Thomas Steensen.

Das 207 Seiten umfassende Nordfriesische Jahrbuch 2001, Band 37, erschien Ende November. Es enthält sieben Aufsätze und zwei kleine Beiträge sowie den Buchbesprechungsteil mit insgesamt 21 Rezensionen und die jährliche Bibliographie friesischsprachiger Texte in Zeitschriften und Zeitungen. Wie gewöhnlich ist es reich illustriert, erstmals auch mit acht farbigen Abbildungen. Die praktische Arbeit mit der Koordination, Redaktion und Korrektur lag überwiegend in Händen von Adeline Petersen, die des Rezensionsteils bei Fiete Pingel. Die Korrektur in der Endphase wurde von Thomas Steensen und Harry Kunz übernommen; Harry Kunz las auch die Schlusskorrektur. Das Nordfriesische Jahrbuch 2001 wird auf Anforderung an jedes Mitglied abgegeben. .

Jarling

Herausgegeben von Marlene Bierbach, Ulf Dahl und Dr. Karin Haug. Lektorat: Adeline Petersen.

Anfang September erschien der nordfriesische Fotokalender Jarling 2002 "Nöördfreeske ailööne än halie". Er enthält 13 farbige Aufnahmen aus den nordfriesischen Utlanden des in Hamburg lebenden, international renommierten Fotografen Hartmut Schwarzbach, dessen beeindruckende Bilder bereits dem Jarling 1988 zu großem Erfolg verhalfen. Die Bildunterschriften und das Kalendarium sind wiederum in unterschiedlichen friesischen Mundarten oder in Niederdeutsch abgefasst.

Mit dem Jarling 2001 hat der Fotojournalist Ulf Dahl bereits seinen dritten Kalender mit eigenen Bildern für das Nordfriisk Instituut präsentiert. Als Mitherausgeber des Jarling muss er zukünftig allerdings etwas kürzer treten, da er seit Anfang 2000 von Flensburg nach Chemnitz umgezogen ist, um dort für die Tageszeitung Freie Presse zu arbeiten. Als weitere Mitherausgeberin für den Jarling konnte Dr. Karin Haug, Flensburg, gewonnen werden.

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2. Reihen

Sylter Genealogien
Nr. 5: Wilhelm Borstelmann und Daniel Ihonor (Hrsg.): Die Sylter Familien Thomsen und Wögens und verwandte Geschlechter. Eine genealogische Aufstellung. 87 Seiten

3. Einzelveröffentlichungen

– Thomas Steensen (Hrsg.): "Wer sind die Friesen?". 27 Fragen und Antworten zur nordfriesischen Geschichte, Sprache und Kultur. Veröffentlicht vom Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit dem Nordseebäderverband. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. 32 Seiten, zahlr. Abb. Nr. 128.

- Harry Kunz: "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Abschnitt III: Kreis Schleswig-Flensburg". Herausgegeben von der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv Schleswig-Holstein. 336 Seiten. Nr. 146b.

– "Lees frasch - freesk - fering - öömrang - sölring". Takste for di 6. friiske leeseweedstrid 2000/2001. 68 Seiten. Nr. 165.

– "Jüdisches Leben und Judenverfolgung in den Frieslanden". Beiträge vom 4. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut. Herausgegeben von Fiete Pingel und Thomas Steensen. 144 Seiten mit mehreren Schwarzweißabbildungen. Nr. 166.

- "En schaame awt wååder". Latje ferteelinge eeftert lääwent foon Johannes Petersen. Beårbed än ütdänj foon Adeline Petersen. 127 Seiten mit Abbildungen. Nr. 167

– Andreas Møller: "Boote und Bootsleute in der Marsch". Herausgegeben vom Nordfriisk Instituut gemeinsam mit dem Fiskeri- og Søfartsmuseet, Esbjerg, und dem Schifffahrtsmuseum Nordfriesland, Husum. Aus dem Dänischen übersetzt von Fritz Joachim Falk. 156 Seiten, ca. 150 Schwarzweißabbildungen. Nr. 168.

– Thomas Steensen: "Friesisch an der Universität Flensburg". Ein Leitfaden für Studierende. Herausgegeben vom Friesischen Seminar der Universität Flensburg. 28 Seiten.

– “Loow nü e Hiire. Orgelseetinge tut nordfrasch sungebök”. Orgelsätze zum Nordfriesischen Gesangbuch, zusammengestellt und herausgegeben von Dieter Frahm. 141 Seiten. Nr. 162.

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D. Bibliothek und Archiv

Die Erstellung zweier Zeitschriftenbeiträge über den Bibliotheks- und Archivbereich boten Gelegenheit, einmal grundlegend darzustellen, was Bibliothek und Archiv des Nordfriisk Instituut enthalten: Fiete Pingel und Thomas Steensen in BuB. Forum für Bibliothek und Information sowie Thomas Steensen im Nordfriesischen Jahrbuch mit einem von Astrid Karstensen und Fiete Pingel erarbeiteten Verzeichnis (vgl. dazu H. 2.). "Bibliothek, Dokumentation und Archiv des Nordfriisk Instituut bieten ein breites Spektrum und ein tiefenscharfes Profil der Region Nordfriesland. Sie dokumentieren den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Nordfriesland betreffenden Themenkreisen und halten die wesentlichen Grundlagen zu weiteren Forschungen bereit." Dieses - am Ende des BuB-Aufsatzes formulierte - Leitbild soll umfassend verwirklicht werden.

1. Bibliothek

Im Berichtsjahr wurden rund 400 Einzelveröffentlichungen und wiederum Ausgaben von rund 180 Fortsetzungen neu eingestellt. Es konnten einige Nachschlage- und Standardwerke angeschafft und durch gezielte Antiquariatskäufe Lücken geschlossen werden. Weiterhin wurden so viele Werke wie möglich über Schriftentausch, Anforderung zur Rezension und Bitte um kostenlose Überlassung beschafft.
Auch im Berichtsjahr erhielt die Institutsbibliothek Bücher und Schriften dankenswerterweise als Geschenk, und zwar im Einzelnen von Hans Carstensen, Walter Fiedler, Prof. Dr. Karl Haußer, Teake Hoekema, Uwe Hundt, Dr. Johannes Jensen, Sönke Namanny, Christian Paulsen, Frau Spreewitz und Prof. Dr. Thomas Steensen.

2. Archiv

Über die Quellenüberlieferung und die Archivsituation bei der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein bzw. bei den Friesen insgesamt hielt Thomas Steensen Vorträge auf dem 16. Schleswig-Holsteinischen Archivtag in Flensburg und auf dem 72. Deutschen Archivtag in Cottbus (vgl. I. 2.; Veröffentlichung im Nordfriesischen Jahrbuch 2001). Er regte an, die schriftliche Überlieferung der friesischen Bewegung gezielter zu sammeln und zu dokumentieren. Zum ersten bundesweiten "Tag der Archive", zu dem der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) für den 19. Mai aufgerufen hatte, erstellte Fiete Pingel in Zusammenarbeit mit der Nordfriesland-Redaktion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages eine Zeitungsseite zur Archivlandschaft in Nordfriesland, die am 16. Mai kreisweit erschien.
Lothar Röschert, Erik Struckmeyer und zeitweise Claus Clausen von der Bredstedter Behinderteneinrichtung "Haus am Mühlenteich" setzten unter Anleitung ihres Betreuers Hartmut Kumm das Digitalisieren von Bildern und Texten fort. Unter anderem wurden große Teile der Zeitschrift Nordfriesland und der Negativ-Sammlung der IGB für die EDV-gestützte Nutzung vorbereitet. Das Projekt, das sich zu beiderseitigem Vorteil entwickelt hat, soll fortgeführt werden.
Seit dem Frühjahr 2001 betreut Albert Schmid, der nach seiner Pensionierung bei der Eisenbahn mit seiner Frau von Bayern nach Bredstedt zog und lebhaftes Interesse an Kultur und Geschichte seiner nordfriesischen Wahlheimat fasste, ehrenamtlich die Zeitungsausschnittsammlung. Er führte eine Revision durch und besorgt nun das Einordnen der Neuzugänge. Für die Sammlung wurden ausgewertet: Husumer Nachrichten, Nordfriesland Tageblatt, Sylter Rundschau, Der Insel-Bote, Flensborg Avis, Nordschleswiger, Ostfriesen-Zeitung sowie in Nordfriesland erscheinende Anzeigenblätter. Die Auswertung besorgte vor allem Harry Kunz, Fiete Pingel und Thomas Steensen wirkten weiter mit, Adeline Petersen wertete noch bis zum 30. Juni den Leeuwarder Courant aus; leider wurde zum 1. Juli die bisher kostenlose Zusendung der Zeitung beendet. Die technische Bearbeitung lag bei Angela Sachau und Doris Stingl.

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E. Landeskunde

Erstmals verlieh das Nordfriisk Instituut 2001 den "Christian-Feddersen-Preis für nordfriesische Schülerinnen und Schüler". Das Kuratorium, dem Greta Johannsen, Hark Martinen, Thomas Steensen und Marie Tångeberg angehören, vergab vier jeweils mit einem Buchgeschenk und 50 Euro dotierte Auszeichnungen. Die Geldpreise finanzierte die Ute-Karl-Friedrich-und-Carsten-Hagemann-Stiftung. Am 7. September übergab Vereinsvorsitzender Thede Boysen im Beisein von Eltern, Lehrkräften und Vertretern der friesischen Vereine im Nordfriisk Instituut die Preise (vgl. Bericht in Nordfriesland 135/136). In einer Einführung würdigte Thomas Steensen Person und Wirken des aus Wester-Schnatebüll stammenden Pastors Christian Feddersen, der als einer der wichtigsten Vordenker der friesischen Bewegung im 19. Jahrhundert gelten kann und der auch in seinem Engagement für ein friedliches Zusammenleben der Völker seiner Zeit weit voraus war. Zu seinem Gedenken soll der nach ihm benannte Preis alljährlich für besondere Leistungen insbesondere zur friesischen Sprache, aber auch zur Geschichte und Kultur an nordfriesische Schulabgängerinnen und Schulabgänger verliehen werden.
Zum nicht unerheblichen Teil in ihrer Freizeit arbeiteten Harry Kunz und Thomas Steensen an den Texten für "Das Lexikon der Insel Sylt". Nahezu 1 300 Stichwörter wurden abgehandelt, die gesamte Sylt-Literatur zu diesem Zweck gesichtet und ausgewertet. Nach Auswahl der Abbildungen und Erstellung des druckfertigen Layouts soll das Buch 2002 erscheinen.
Immer wieder nachgefragt wird von Interessierten ein kurzer Überblick über Sprache, Geschichte und Kultur der Nordfriesen. Die seit längerer Zeit vergriffene Schrift "Wer sind die Friesen?" von Thomas Steensen wurde deshalb in aktualisierter Form neu aufgelegt.
An dem Projekt des European Centre for Minority Issues, Flensburg, die Minderheitenverhältnisse in Schleswig-Holstein in englischer Sprache darzustellen, wirkte das Institut mit. Für das im Dezember 2001 erschienene Buch "Living Together. The Minorities in the German-Danish Border Regions" erstellte Dörte Flor einen Beitrag über den friesischen Schulunterricht; Thomas Steensen verfasste drei Aufsätze, und zwar zur historischen Entwicklung, zur organisatorischen Struktur der friesischen Volksgruppe und zur Bedeutung der Sprache für die kulturelle Identität der Nordfriesen (vgl. H. 2.).
Der dänische Forscher Andreas Møller erarbeitete mit seiner Studie "Både og Bådsfolk i Marsken", die 1973 in der Schriftenreihe des Esbjerger Fischerei- und Seefahrtsmuseums erschien, eine eindrucksvolle Darstellung des von Wasser und Booten geprägten "amphibischen" Lebens der Menschen im östlichen Teil der Wiedingharde und in der Wiedaumarsch zwischen Tondern und Hoyer. Auf der Grundlage einer Übersetzung des Föhringer Heimatforschers Fritz Joachim Falk erarbeitete Fiete Pingel in Zusammenarbeit mit Paul-Heinz Pauseback und in Abstimmung mit Thomas Steensen die deutschsprachige Fassung "Boote und Bootsleute in der Marsch", die nun vom Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit dem Fiskeri- og Søfartsmuseet, Esbjerg, und dem Schifffahrtsmuseum Nordfriesland, Husum, herausgegeben wurde (vgl. C. 3.). Adeline Petersen erstellte dazu eine Liste der wichtigsten Begriffe zur Bootsfahrt und zur Marschennatur in Wiedingharder Friesisch. Auf einer gemeinsam mit dem Amt Wiedingharde organisierten gut besuchten Tagung (vgl. M. 2.) in Neukirchen präsentierten Fiete Pingel und Thomas Steensen das Buch.

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Project Lancewad

Das offiziell im Januar 2000, wirklich jedoch in Schleswig-Holstein erst im Juli 2000 begonnene Projekt Landscape and Cultural Heritage of the Wadden Sea Region / WADCULT, für das Erika Eifler im Nordfriisk Instituut ein Büro hatte, erreichte im Januar 2001 die Halbzeit. Die für die Datenbank für Schleswig-Holstein nötigen Angaben lagen größtenteils nicht digital vor, sondern mussten aus Büchern und aus Karteien des Archäologischen Landesamtes, des Landesamtes für Denkmalpflege und der Denkmalämter der Kreise erarbeitet und möglichst aktualisiert werden. Für diese Arbeit an den Gebäudedaten wurde für vier Monate Adeli Schinkel aus Bredstedt mit halber Stundenzahl als Hilfskraft eingestellt. Den Schwerpunkt bildeten dabei die Marschen und marschenbezogenen Geestorte in Nordfriesland und Dithmarschen. Die Datenerfassung geschah in enger Zusammenarbeit mit den beiden Kreisen, die jegliche Hilfe zur Verfügung stellten. Es herrscht großes Interesse an der Datenbank, wie Gespräche und rege Diskussionen mit Verantwortlichen und bei öffentlichen Präsentationen zeigten. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden bei den Zusammenkünften der vier Arbeitsgruppen ausgewertet. Zielstellung war die Beurteilung in Bezug auf das ganze Gebiet und die Erarbeitung von Empfehlungen für mögliche Strategien im Umgang mit zu schützendem Kulturerbe und seine behutsame, angemessene Nutzung. Parallel dazu wurden Expertisen zur Beschreibung der einzelnen Subregionen erstellt. Vom 17. bis 19. 9. fand als öffentliche Abschlussveranstaltung die Lancewad-Conference in der Burg Bederkesa statt. Thema und Ziel des Workshops war die Präsentation des Projekts und die Formulierung der sich daraus ergebenden Empfehlungen für die ministerielle trilaterale Wattenmeer-Konferenz am 31. 10. in Esbjerg. Das Projekt lief Ende Oktober aus. Der Abschlussbericht liegt in Englisch vor und soll demnächst in die nationalen Sprachen übersetzt werden.

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F. Sprache und Literatur

Der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Sprache und Literatur lag im Berichtsjahr weiterhin in der Erstellung von Unterrichtsmaterialien für den Vorschulunterricht. Allerdings waren die Möglichkeiten beschränkt, denn schon Anfang des Jahres wurde Christina Tadsen krankgeschrieben aufgrund einer komplizierten Schwangerschaft, die im Juni mit der Geburt der Zwillinge Stine Mo und Hauke Bo glücklich endete. Für Adeline Petersen bedeutete dies eine Mehrbelastung in der Abwicklung der täglich anfallenden und laufenden Aufgaben, die wenig Zeit für geplante Projekte übrig ließ. Am 1. 8. wurde Antje Arfsten, gebürtige Föhrerin, als Christina Tadsens Vertreterin eingestellt.
Seit August konzentrierte sich die sprachliche Arbeit wieder zunehmend auf die Umsetzung der "Fryske Taal Rotonde", die dringend benötigte Unterrichtsmethode für die Kindergärten. Alle Lektionen des ersten Bandes konnten jetzt mit den Illustrationen in den Computer eingegeben werden. Die für die nordfriesischen Verhältnisse ungeeignete Lektion 5 gestaltet Dörte Flor mit Zeichnungen und Lehrinhalten neu. Gleichzeitig begann die Übersetzung des zweiten Bandes, der ebenfalls aus 15 Lektionen besteht. Die Umsetzung der Sylter Version wurde wiederum von Brunhilde Hagge und Carmen Müller-Matzen übernommen, die Föhrer und Amrumer von Antje Arfsten und die Mooringer von Adeline Petersen, die als Arbeitsgrundlage auch das westfriesische Original ins Deutsche überträgt.
Der Bedarf an neuem Unterrichtsmaterial für alle Altersklassen veranlasste Adeline Petersen im August des Berichtsjahres, einen Besuch bei der Afûk und dem GCO Fryslân abzustatten. Diese beiden Institute in Ljouwert/Westfriesland entwickeln technisch zeitgemäßes Material für Kindergärten, Schulen, Volkshochschulen und den westfriesischen Radio- und Fernsehsender Omrop Fryslân. Ziel war es, Ideen zu sammeln und die Zusammenarbeit zu intensivieren. Das Nordfriisk Instituut und die Söl'ring Foriining erhielten bereits die Gelegenheit, sich an einem von der Afûk produzierten Buch über die westfriesische Kinderfigur "Bear Boeloe" zu beteiligen. Es wurden Vorarbeiten geleistet für Bear Boeloe-Ausgaben auf Mooringer frasch, Wiringhiirder freesk und Sölring. Den Sylter Text erstellte Brunhilde Hagge, die beiden anderen Adeline Petersen. Weitere Kontakte zu Afûk-Mitarbeitern knüpfte Dörte Flor bei einem Besuch im Oktober.
Am 2. 4. sprachen Adeline Petersen und Thomas Steensen in der Nordfriesischen Wörterbuchstelle an der Universität Kiel mit Prof. Dr. Jarich Hoekstra und Dr. Ommo Wilts über die weitere Zusammenarbeit. Adeline Petersen erstellte dazu eine Übersicht der vergriffenen, aber unentbehrlichen friesischen Lehr- und Lesebücher. Neuauflagen der wichtigsten Werke sind geplant, einige bereits erschienen. Dörte Flor lud Vertreter des Friesenrates und in Kindergärten tätige Erzieherinnen zum 28. 2. ins Nordfriisk Instituut ein, um Fragen der Ausbildung friesischer Kindergarten-Lehrkräfte zu erörtern. Zusammen mit dem Friesenratsvorsitzenden Ingwer Nommensen nahm Dörte Flor danach Kontakt auf mit dem Leiter der Niebüller Fachschule für Sozialpädagogik Detlef Eulenberger. Auf dessen Initiative wurden Fragebögen an die Kindergärten versandt, um den Stellenwert des Friesischen und den Bedarf an entsprechender Kapazität zu ermitteln. Ziel ist es, neben Plattdeutsch künftig auch Friesisch im Ausbildungsangebot der Fachschule zu gewährleisten. Für den ersten deutschen Staatenbericht zur Europäischen Sprachen-Charta erstellte Adeline Petersen auf Anforderung der Kieler Staatskanzlei im August eine Auflistung über die genaue Anzahl der Kindergärten, in denen Friesisch benutzt wird. Diese sorgte für einigen Wirbel, da bisher höhere Zahlen genannt wurden. Den genauen Wert will nun der Friesenrat ermitteln und dabei auch den Begriff "benutzt" genauer definieren.
Dörte Flor nahm in der Schule in Fahretoft teil an der Aufführung einer Geschichte von Marie Tångeberg vor den "Sprach-Paten". Auf einem Elternabend der Emmelsbüller Schule referierte sie zusammen mit Ingwer Nommensen über "Chancen der Mehrsprachigkeit". Einige Eltern hatten Bedenken geäußert, ihre Kinder neben dem Wahlfach Englisch auch noch am Fach Friesisch teilnehmen zu lassen aus Sorge, die Kinder zu überfordern. Die ausführliche Information über Zwei- und Mehrsprachigkeit stieß auf gute Resonanz bei den Eltern. Überlegungen gehen dahin, solche Informationsabende auch künftig an Schulen mit Friesischunterricht anzubieten. Am 5. 5. konnte das Buch "En schaame awt wååder" von Johannes Petersen (1909-1992) vorgestellt werden (s. auch C. 3. und M. 4.). Es enthält, zusammengestellt und bearbeitet von Adeline Petersen, Erzählungen, die Johannes Petersen in Frasch, seiner Muttersprache, vor allem in den 20er und 30er Jahren verfasste. Im Übrigen war das Berichtsjahr - das "Europäischen Jahr der Sprachen" - für das Nordfriisk Instituut ein Jahr der Wettbewerbe:
Zusammen mit der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt und der Sparkasse Nordfriesland leitete Dörte Flor die Vorbereitungen für den 6. friesischen Lesewettbewerb. Im Januar wurden die Texthefte fertig gestellt und an die friesischsprachigen Schulen verteilt. Die Schulsieger lasen ihren Beitrag zur Endausscheidung am 10. 5. in Bredstedt vor. Eine Regionalausscheidung wurde diesmal nicht durchgeführt (vgl. Bericht in Nordfriesland Nr. 134).
Der Norddeutsche Rundfunk NDR 1-Welle Nord veranstaltete zusammen mit dem Nordfriisk Instituut, der Sparkasse Nordfriesland und der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt den friesischen Erzählwettbewerb "Ferteel iinjsen" mit dem Thema "Unerwäis". An der Planung und Organisation beteiligten sich vor allem Marlene Bierbach und Dörte Flor. Die Präsentation auf der Homepage der NDR 1-Welle Nord übersetzte Adeline Petersen ins Mooringer Frasch, die für diese Seiten auch einen friesischen Mini-Sprachkurs zusammenstellte. Einige der Texte dort übertrug Antje Arfsten ins Fering. Die Jury (Antje Arfsten, Jan Graf, Gerhard Johannsen, Thomas Steensen, Inken Völpel-Krohn und Ommo Wilts) vergaben die Preise unter 17 der insgesamt 75 eingegangenen Beiträge. Das den Wettbewerb begleitende Büro (Hartmut) Cyriacks & (Peter) Nissen hatte eine Vorauswahl getroffen. Die Preise wurden am 24. 11. in der Niebüller Stadthalle vergeben (vgl. Bericht in Nordfriesland Nr. 135/136). Hervorgehoben sei die gute Zusammenarbeit mit der NDR 1-Welle Nord, insbesondere mit Redakteur Jan Graf.
Eine weitere Veranstaltung im "Europäischen Jahr der Sprachen" war das vom Aktionsausschuss "Sprachenland Nordfriesland" und dem Plattdüütsch Zentrum initiierte Sprachenfest am 29. 9. in Leck (vgl. Bericht in Nordfriesland 135/136). Bei der Planung vertrat Dörte Flor das Nordfriisk Instituut. Für den von Thomas Steensen angeregten Wettbewerb "Sprachenfreundliche Gemeinde" stellte das Institut - vor allem Marlene Bierbach und Christina Tadsen - im Rahmen des Europäischen Sprachenjahrs einen Finanzierungsantrag bei der Europäischen Union. Das vom Aktionsausschuss "Sprachenland Nordfriesland" getragene Vorhaben erhielt als Einziges in Schleswig-Holstein den Zuschlag. Das wichtigste Ziel besteht darin, die Präsenz der kleinen Sprachen im öffentlichen Leben zu verbessern. Auf einer Pressekonferenz am 5. 7. im Institut wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. An der erstmaligen Ausschreibung beteiligten sich rund 20 Gemeinden. Eine Jury - bestehend aus Signe Andersen, Susanne Dircks, Hans Otto Meier, Johann Mikkelsen, Ingwer Oldsen und Marie Tångeberg - wählte sechs "sprachenfreundliche Gemeinden" aus: Borgsum/Föhr, Husum, Risum-Lindholm, Sylt-Ost, Utersum/Föhr, Welt. Die Auszeichnungen wurden am 17. 12. im Rittersaal des Schlosses vor Husum übergeben (vgl. Nordfriesland 137). Die Leitung lag in den Händen von Thomas Steensen, die organisatorische Federführung hatte Rita Carlsen. Hervorgehoben sei die gute Zusammenarbeit im Aktionsausschuss "Sprachenland", insbesondere mit Günter Fleskes, dem Leiter des Niederdeutschen Zentrums in Leck. Im Jahre 2002 sollen weitere Gemeinden ausgezeichnet werden.
Am 9. 7. stellte Minderheitenbeauftragte Renate Schnack im Nordfriisk Instituut das im Auftrag der Ministerpräsidentin herausgegebene Heft "Sprache ist Vielfalt" vor. Referenten und Vertreter der in Schleswig-Holstein behei- mateten Sprachminderheiten diskutierten dabei und auf einem Folgetreffen am 14. November Perspektiven der Spracharbeit (vgl. Bericht in Nordfriesland 134). Das Heft, in dem die Europäische Sprachencharta allgemeinverständlich erläutert wird, enthält auch einige Kernaussagen in den Minderheitensprachen. Für die Übersetzung ins Friesische zeichnete Adeline Petersen verantwortlich.
Die Frisistik als Wissenschaft von der Sprache, Literatur und Landeskunde der Friesen, wird künftig auch in der Brockhaus-Enzyklopädie vertreten sein. Nachdem bereits die Duden-Redaktion diese Anregung von Thomas Steensen aufgenommen hatte (vgl. Nordfriesland 133), antwortete nun auch die Brockhaus-Redaktion positiv.

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Friesisch in den Medien

Seit Oktober 1993 bringen die vier Tageszeitungen Husumer Nachrichten, Der Insel-Bote, Nordfriesland Tageblatt und Sylter Rundschau des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) regelmäßig eine friesisch-niederdeutsche Seite. Im Jahr 2001 wurden auf dieser Seite, die achtmal erschien, kreisweit insgesamt 20 friesische Artikel veröffentlicht. Das Redaktionsteam bestand aus Tilla Lorenzen für Niederdeutsch, aus Jörg Fuchs, dem Leiter der Nordfriesland-Redaktion des sh:z, und nacheinander Christina Tadsen, Adeline Petersen und Antje Arfsten für Friesisch. Eine große Unterstützung stellte die rege Mitarbeit von Walter Wickel dar, der zu fast jeder Seite einen Beitrag auf Öömrang beisteuerte.

Projekt "Friesische Videofilme"

Das vom Nordfriisk Instituut zusammen mit der Rökefloose beantragte Projekt umfasst die technische Ausrüstung eines Videostudios, die Synchronisation von zehn Folgen der westfriesischen Kinderserie "Bear Boeloe" ins Frasch sowie die Durchführung von Workshops. Mit der Bearbeitung wurde im September 2001 das Medienbüro Riecken beauftragt. Im Versammlungshaus der Foriining for nationale Friiske in Stedesand standen nach einigen Umbaumaßnahmen zwei Räume für das Videostudio zur Verfügung. Gleichzeitig begann der Ankauf der umfangreichen technischen Ausrüstung wie Kameras, Computer, Mikrofone etc. Auf der Harfsthuuchschölj fand der erste Workshop statt. Weitere sind zusammen mit der Rökefloose für 2002 geplant.

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G. Geschichte

Hauptanliegen der historischen Arbeit des Nordfriisk Instituut war auch im Berichtsjahr, das Bewusstsein für die regionalen Aspekte der Geschichte in der interessierten Öffentlichkeit zu stärken. Übergreifende Vorgänge und Entwicklungen wurzeln immer auch in der Region, dazu vermittelten Publikationen und Veranstaltungen des Instituts mit geschichtlichen Schwerpunkten Kenntnisse und Denkanstöße.
Am 31. 5. jährte sich der Geburtstag des Historikers Andreas Ludwig Jakob Michelsen zum 200. Male. Mit seinen in den 1830er Jahren erschienenen Werken "Nordfriesland im Mittelalter", "Urkundenbuch zur Geschichte des Landes Dithmarschen" und "Sammlung altdithmarsischer Rechtsquellen" erarbeitete er wesentliche Grundlagen zur historischen Forschung an der Westküste Schleswig-Holsteins. Auf Anregung von Albert Panten lud das Nordfriisk Instituut gemeinsam mit dem Verein für Dithmarscher Landeskunde am Jubiläumstag zu einer Gedenkveranstaltung ein. Thomas Steensen konnte dazu auch Angehörige der Familie Michelsen begrüßen. In Vorträgen befassten sich Albert Panten und der gebürtige Dithmarscher Dr. Enno Bünz von der Universität Jena, an der Michelsen lange Zeit tätig gewesen war, mit dessen Wirken und Bedeutung. Anhand eines Haushaltsbuches des Ehepaars Michelsen aus der Jenaer Zeit, das Gunnar Carstensen aus Niebüll präsentierte, wurde die soziale Stellung des schon bei den Zeitgenossen angesehenen Gelehrten deutlich. Die Vorbereitung der Veranstaltung lag bei Paul-Heinz Pauseback (vgl. Bericht in Nordfriesland 134).
Mit Literatur- und Archivstudien - so beispielsweise bei der Ferring-Stiftung in Alkersum - setzte Fiete Pingel seine Forschungen zur Geschichte des Handwerks in Nordfriesland fort und beschäftigte sich am Institut für europäische Ethnologie der Universität Kiel auch mit den volkskundlichen Aspekten dieser Thematik.
Mit dem Buch "Jüdisches Leben und Judenverfolgung in den Frieslanden" (vgl. C.) legten Fiete Pingel und Thomas Steensen die Beiträge vom 4. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut im Druck vor. Das Treffen hatte am 13. 11. 1999 in Bredstedt in elf Beiträgen die Entwicklung des jüdischen Lebens in Nord-, Ost- und Westfriesland, aber auch die Verfolgung der Juden in der NS-Zeit dargeboten. Beleuchtet werden die Beschäftigung mit der Geschichte der Juden und die Perspektiven der heutigen jüdischen Gemeinschaften. Auf der Synode des Kirchenkreises Husum-Bredstedt in Breklum am 17. 3. leitete Fiete Pingel auf dieser Grundlage eine Arbeitsgruppe zur Geschichte der Juden in Nordfriesland.
Auch im Berichtsjahr bearbeitete Fiete Pingel eine Reihe von Anfragen zur Chronikarbeit und zur Dorfgeschichte. Am 4. 4. berichtete er beim Archivnachmittag 2001 des Nordelbischen Kirchen-Archivs in Kiel vor einem Kreis von Kirchenarchivaren über seine Erfahrungen in der lokalgeschichtlichen Arbeit.
Der Kreistag Nordfriesland beschloss, eine Untersuchung über Zwangsarbeitende in Nordfriesland während des Zweiten Weltkriegs in Auftrag zu geben. Auf Einladung des Kreiskulturausschusses gab Thomas Steensen am 12. 9. einen Überblick über den Forschungsstand und skizzierte ein Forschungsprojekt, das eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte vorsieht. Auf Grund der Terroranschläge in den USA am Tag vorher wurde auf eine nähere Erörterung verzichtet. Zurzeit wird in den politischen Gremien des Kreises über das Projekt und insbesondere die Möglichkeiten der Finanzierung diskutiert.

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Auswanderer-Archiv Nordfriesland

Die Arbeit im Berichtsjahr beschränkte sich auf die Erledigung der Routineaufgaben: Betreuung von Besuchern, Beantworten von Anfragen, Sammeln, Sichten und Bearbeiten des eingehenden Materials im Hinblick auf die geplante laufende Ergänzung der Ausstellung zur Übersee-Auswanderung im Nissenhaus sowie der Datenbank des Auswanderer-Archivs.
Die beim Auswanderer-Archiv Nordfriesland fast nur noch über das Internet eingehenden Anfragen zu ausgewanderten Personen wurden so weit wie möglich positiv beantwortet oder weitergeleitet, die übrigen - zusammen mit den ungeklärten Anfragen der Vorjahre - in unregelmäßigen Abständen erneut überprüft. Auch in 2001 konnten wieder eine Reihe von Gästen aus Übersee im Auswanderer-Archiv des Nordfriisk Instituut begrüßt werden. Kate McDowell Murphy, eine Studentin der Universität Melbourne und 2001/2002 als Visiting Research Fellow an der Universität Aarhus, besuchte im Oktober das Nordfriisk Instituut. Bonnie Bowman Henson aus San Diego in Kalifornien arbeitet an einer umfangreichen Veröffentlichung zur Einwanderung nach Neu-Amsterdam (New York) im 17. Jahrhundert. Auch ihr konnte mit Material und Kontaktadressen weitergeholfen werden. Vor allem die nahende Weihnachtszeit bescherte dem Auswanderer-Denkmal "Aufbruch in eine Neue Welt" eine Anzahl neuer Einträge.

Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins

Im August wurde der dritte Ergebnisband des landesweit angelegten Projektes "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins" veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit dem Kreis Schleswig-Flensburg und beinhaltet nach bewährtem Muster eine Vielzahl unterschiedlicher Hilfsinstrumente nicht nur für interessierte Haus- und Höfeforscherinnen und Höfeforscher: eine methodische Anleitung, das Gemeinde- und Jurisdiktionsverzeichnis nebst einem Register kleiner Wohnplätze, das Quellenverzeichnis sowie eine Literaturliste zur Einführung und Vertiefung des Themas Landwirtschaftsgeschichte und Höfechronik. Mit dieser Arbeit ist das Gebiet des Landesteils Schleswig in Bezug auf die Verzeichnung historischer Quellen zur Landwirtschaftsgeschichte weitgehend erschlossen. Mit Artikeln im Jahrbuch Angeln, im Familienkundlichen Jahrbuch und in den Mitteilungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte zog Dipl. Soz. Harry Kunz eine erste Bilanz seiner Projektarbeit.
Das Projekt befindet sich seit Jahresmitte in seinem vierten Abschnitt. Hier geht es um den Kreis Ostholstein. Dazu wurden im Berichtsjahr die Arbeiten an der historischen Topographie des Kreises sowie an weiteren Instrumentarien des entstehenden Wegweisers aufgenommen.

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H. Weitere wissenschaftliche und publizistische Arbeiten

1. Auskünfte, Studien- und Arbeitshilfen

Im Berichtsjahr erreichten das Institut wiederum mehrere hundert Anfragen und Bitten um Unterstützung, deren Beantwortung einen schwer planbaren Zeitaufwand erfordert. Einer von Harry Kunz koordinierten über zwei Monate laufenden Stichprobe zufolge bezogen sich knapp 40 Prozent der in dieser Zeit von den wissenschaftlichen Kräften bearbeiteten 129 Anfragen auf sprachliche Themen, gut 35 Prozent auf Geschichte und Landeskunde, rund 15 Prozent auf Minderheitenrechte und Minderheitenpolitik, etwa zehn Prozent auf Personen. An der Bearbeitung ist auch das Sekretariat stark beteiligt, das Standardauskünfte verschickt sowie Kontakte und Informationen zu Veranstaltungen und Projekten der friesischen Arbeit vermittelt.

2. Veröffentlichungen der Institutsangestellten

(Die in der Zeitschrift Nordfriesland erschienenen Beiträge sind hier nicht erfasst; s. dazu das Jahres-Inhaltsverzeichnis in Nr. 133.)

Antje Arfsten:

  • Nordfriesische Texte in Zeitschriften und Zeitungen. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 193-199

Dörte Flor:

  • Present Position and Future Perspectives Relating to the Teaching of Frisian in North Frisian Schools. In: Andrea Teebken, Eva Maria Christiansen (eds.): Living Together: The Minorities in the German-Danish Border Regions, Flensburg 2001, S. 80-85

Harry Kunz:

  • Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Vom Modellprojekt zur landesweiten Höfeforschung. In: Jahrbuch Angeln 2000, S. 309-312.
  • Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Kreis Schleswig-Flensburg, Bräist/Bredstedt 2001.
  • Besitz- und Hofgeschichte. In: Ute Neuhaus-Schröder (Hrsg.): Heimatforschung in Schleswig-Holstein. Handbuch für Chronisten, Regionalforscher und Historiker, Husum 2001, S. 168-170.
  • Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Vom Modellprojekt zur landesweiten Höfeforschung. In: Familienkundliches Jahrbuch Schleswig-Holstein 40 (2001), S. 139-142.
  • Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Eine Zwischenbilanz. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 60 (Oktober 2001), S. 8-10.
  • Rezension zu: Hans Michelsen (Bearb.): Deich- und Entwässerungswesen in Dithmarschen, Band I. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 171-172.

Paul-Heinz Pauseback:

  • "Übersee-Auswanderer bis 1800" und "Übersee-Auswanderung im 19. Jahrhundert". In: Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte , www.geschichte.schleswig-holstein.de
  • Rezension zu Gerhard Paul und Miriam Gillis-Carlebach (Hrsg.): Menora und Hakenkreuz. Zur Geschichte der Juden in und aus Schleswig-Holstein, Lübeck und Altona (1918-1998). In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001); S. 182-183.

Adeline Petersen

  • (Hrsg.): Johannes Petersen: En schaame awt wååder (s. C. 3
  • Rezension zu: Jan Wirrer (Hrsg.): Minderheiten- und Regionalsprachen in Europa. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 187-188.

Fiete Pingel:

  • Quellenforschung als Grundlage der Chronikarbeit. In: Ute Neuhaus-Schröder (Hrsg.): Heimatforschung in Schleswig-Holstein. Handbuch für Chronisten, Regionalforscher und Historiker, Husum 2001, S. 11-12.
  • mit Thomas Steensen: Juden in Nordfriesland - ein Überblick. In: Fiete Pingel und Thomas Steensen (Hrsg.): Jüdisches Leben und Judenverfolgung in den Frieslanden. Beiträge vom 4. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 2001 (vgl. C. 3.), S. 15-34.
  • Sonderseite zum "Tag der Archive" mit Berichten über die Archivlandschaft des Kreises Nordfriesland in den in Nordfriesland erscheinenden Blättern des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages am 16. Mai.
  • mit Thomas Steensen: "Åles, wat huum am da Frasche waase wal". Die Nordfriesen und ihre Bibliothek im Nordfriisk Instituut. In: BuB. Forum für Bibliothek und Information. 10/11 (Oktober/November 2001), S. 628-632.
  • mit Astrid Karstensen: Archivalische Bestände des Nordfriisk Instituut. Eine Übersicht. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 121-130.
  • Chronikarbeit als wissenschaftliche Geschichtsforschung. In: Mitteilungen zum Archivwesen in der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche, Heft 25 (Dezember 2001), S. 36-42.
  • Rezensionen zu Heinrich Mehl: Altes Handwerk in Schleswig-Holstein, Heinrich Mehl: Maurer, Maler, Zimmermann. Altes Bauhandwerk, Hans Mørup: På Fløjen und Marie-Elisabeth Rehn: Juden in Friedrichstadt. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 173-174, S. 178-179, S. 190-191.

Thomas Steensen:

  • Wer sind die Friesen? 2. Auflage (s. C. 3.).
  • Zur Geschichte der interfriesischen Beziehungen. In: Die Friesen - ein Volk für sich? Beiträge über Geschichte, Sprache und Gegenwart zum Friesenkongreß 2000 in Jever/Friesland, Aurich 2001, S. 9-20.
  • Zeitungen. In: Ute Neuhaus-Schröder (Hrsg.): Heimatforschung in Schleswig-Holstein. Handbuch für Chronisten, Regionalforscher und Historiker, Husum 2001, S. 34-36.
  • Zur Quellenüberlieferung der Friesen, insbesondere der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 113-120.
  • mit Fiete Pingel: Juden in Nordfriesland - ein Überblick. In: Fiete Pingel und Thomas Steensen (Hrsg.): Jüdisches Leben und Judenverfolgung in den Frieslanden (s. C. 3.); darin auch das Vorwort.
  • "Lieber tot als Sklave"? Die Nordfriesen und das Friesische 1933-1945. In: Robert Bohn, Uwe Danker, Jørgen Kühl (Hrsg.): Zwischen Hoffnung, Anpassung und Bedrängnis. Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzraum in der NS-Zeit, Bielefeld 2001, S. 113-123.
  • "Hellere død end slave"? Nordfriserne og det frisiske 1933-1945. In: Nationale mindretal i det dansk-tyske graenseland 1933-1945, Aabenraa 2001 (dänische Übersetzung).
  • Die Nordfriesen und das Friesische 1933-1945. "Lieber tot als Sklave"? In: Zwischen Eider und Wiedau 2002, S. 30-40 (veränderte Fassung).
  • Solange das Wasser kommt und das Wasser geht… Die Nordfriesen, ihre Landschaft und ihre Sprache. In: MUT 409, September 2001, S. 76-87.
  • Wer war Christian Feddersen? Informationsblatt zum Christian-Feddersen-Preis, Bräist/Bredstedt 2001.
  • Friesisch an der Universität Flensburg. Ein Leitfaden für Studierende, Bräist/Bredstedt 2001.
  • mit Fiete Pingel: Vielfalt auf kleinstem Raum. Die Nordfriesen und ihre Bibliothek im Nordfriisk Instituut in Bräist/Bredstedt. In: BuB - Forum für Bibliothek und Information 53 (2001), S. 628-632.
  • About the Historical Development of the Frisians. In: Andrea Teebken, Eva Maria Christiansen (eds.): Living Together: The Minorities in the German-Danish Border Regions, Flensburg 2001, S. 24-30.
  • The Organizational Structure of the Frisian Minority. In: Teebken/Christiansen (s. o.), S. 70-72.
  • The Importance of Language for the Cultural Identity of the North Frisians. In: Teebken/Christiansen (s. o.), S. 105-109.
  • Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe. In: Andreas Møller: Boote und Bootsleute in der Marsch (s. C. 3.).
  • Werbung für die sprachliche Vielfalt. "Sprachenland Nordfriesland" - Eine Initiative des Nordfriisk Instituut in Bredstedt. In: Europa Ethnica 57 (2000), Nr. 3/4 (erschienen im Februar 2001), S. 166-168.
  • Sprache(n) an der deutschen Nordseeküste. In: Jürgen Newig und Hans Theede (Hrsg.): Tradition und Kultur an der deutschen Nordseeküste, Hamburg 2001, S. 22-35.
  • Warum Friesisch, Plattdeutsch, Plattdänisch? In: Leos Satava: Zachowanje a rewitalizacija identy a rece etniskich mjensin, Bautzen/Budysin 2000, S. 39 f.
  • Rezensionen zu: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt/Ortwin Pelc, Schleswig-Holstein-Lexikon, Jan Lemke, Nationale Minderheiten und Volksgruppen, Henning Unverhau, Gesang, Feste und Politik, Gerhard Kraack, Frank Lubowitz, Hans Schultz Hansen, Der nationale Gegensatz. In: Nordfriesisches Jahrbuch 37 (2001), S. 168-171, 176-177, 179-180, 185.
  • Zeitungsartikel u. a.: Nytænkning i den frisiske sprogpleje. Ugerevyen. In: Flensborg Avis 24. 11. 2001. Frisisk-studiet på sidelinien. Ugerevyen. In: Flensborg Avis 1. 12. 2001.

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I. Veranstaltungen, Vorträge

1. Veranstaltungen

Zu den sechs Veranstaltungen des 11. Nordfriesischen Sommer-Instituts kamen rund 350 Gäste. Die Vorträge im Einzelnen:

27. 6., Prof. Dr. Horst Joachim Frank: "Vom ,Geizhals' bis zur ,Dunklen Hochzeit'. Zur Geschichte der nordfriesischen Literatur".

11. 7., Prof. Dr. Uwe Danker: ",Vorkämpfer des Deutschtums' oder ,entarteter Künstler'? Emil Nolde in der Zeit des Nationalsozialismus".

25. 7., Prof. Dr. Manfred J. Müller: "Meeresspiegelanstieg, Windstau und Tide. Sturmfluten aus der Sicht des Geowissenschaftlers".

8. 8., Prof. Dr. Ernst Apeltauer: "Die Zukunft Europas: einsprachig oder mehrsprachig?"

22. 8., Prof. Dr. Willfried Janßen: "Zwischen Außensänden und Geest. Zur Entwicklung der nordfriesischen Landschaft".

5. 9., Prof. Dr. Karl Haußer: "Minderheiten - Mehrheiten - Identitäten. Gesellschaftliche und psychologische Aspekte des Zusammenlebens".

Erstmals wurde das Sommer-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Flensburg veranstaltet. Sämtliche Referenten lehr(t)en an der Hochschule. Landtagspräsident Heinz-Werner Arens eröffnete die Reihe am 21. Juni und Rektor Prof. Dr. Gerd Jürgen Müller sprach ein Grußwort. Unterstützt wurde die Veranstaltung insgesamt wiederum dankenswerterweise von der Sparkasse Nordfriesland und der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt. Im Mittelpunkt des 21. Koordinationstreffens am 24.11. in Niebüll stand die Situation in den Kindergärten und Schulen. Übereinstimmend wurde von der sinkenden Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder am Friesischunterricht teilnehmen zu lassen, berichtet. Anschließend erfolgte eine engagierte Diskussion aller Teilnehmer über Ursachen und mögliche Lösungen dieses Problems.

Zu weiteren Veranstaltungen s. E., F. und G.

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2. Vorträge der Institutsangestellten

Antje Arfsten:

  • Vortrag "Die friesische Bewegung in Nordfriesland in Vergangenheit und Gegenwart" vor Soldaten der 2. Luftfahrzeugtechnischen Abteilung 62 aus Hohenlockstedt im Rahmen eines Seminars der Hermann-Ehlers-Akademie, Kiel, am 11. 10. im Nordfriisk Instituut.

Dörte Flor:

  • Vortrag "Bestandsaufnahme der friesischen Kinder- und Jugendliteratur mit Ausblick" vor Studierenden des Faches Friesisch an der Universität Flensburg am 13. 7. im Nordfriisk Instituut.

Harry Kunz:

  • Vortrag "Deiche und Köge Nordfrieslands - eine Bestandsaufnahme" im Rahmen eines Studiennachmittags im Nordfriisk Instituut am 18. 6
  • Vortrag "Quellen zur Haus- und Hofgeschichte in den Kreisen Nordfriesland, Dithmarschen und Schleswig-Flensburg" auf dem 27. Nordelbischen Genealogentag am 7. 10. in Rickling.
  • Vortrag "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte im Kreis Schleswig-Flensburg" am 20. 10. auf der Herbsttagung des Heimatvereins der Landschaft Angeln in Gelting.

Paul-Heinz Pauseback

  • Vortrag "Übersee-Auswanderung aus Schleswig-Holstein und Nordfriesland" am 24. 4. bei der Jahreshauptversammlung des Orgelbauvereins Langenhorn e. V. in Langenhorn.
  • Vortrag "Nordfriesland - allgemeine Einführung in Geschichte und Sprache" am 5. 7. vor dem Naturwissenschaftlich-Historischen Verein für das Land Lippe im Nordfriisk Instituut.
  • Vortrag "Die Friesen: Sprache, Geschichte und Kultur" am 14. 7. beim Besuch einer Gruppe der Volkshochschule Pinneberg im Nordfriisk Instituut.
  • Vortrag "Übersee-Auswanderung aus Schleswig-Holstein in königlich preußischer Zeit unter besonderer Berücksichtigung der 1867 eingeführten allgemeinen Militärpflicht" im Rahmen des Wochenseminars "300 Jahre Preußen" der Akademie Rosenhof in Zusammenarbeit mit dem Ensheimer Kreis, gehalten am 26. 7. im Nordfriesischen Museum in Husum.
  • Kurzvorträge zum Auswanderer-Archiv Nordfriesland und zur Übersee-Auswanderung aus Nordfriesland, z. B. am 13. 7. im Rahmen des zweiten Friesischen Studiennachmittags im Nordfriisk Instituut.

Adeline Petersen

  • Vortrag "Dialektunterschiede im Festlandsfriesischen" am 18. 4. im Rahmen eines Kolloquiums an der Universität Flensburg.
  • Vortrag über "Minderheitensprache und Unterricht im Kindergarten" vor Studierenden des Faches Niederdeutsch an der Fachschule für Sozialpädagogik in Niebüll am 15. 5. im Nordfriisk Instituut.
  • Vortrag über neue Veröffentlichungen auf und über Friesisch vor Studierenden des Faches Friesisch an der Universität Flensburg am 13. 7. im Nordfriisk Instituut.

Fiete Pingel:

  • - Kurzvortrag "Wie die Nordfriesen Preußen wurden" bei der Tagung "Preußen zwischen Absolutismus, Liberalismus und Radikalismus" (Veranstaltung zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Ernst Opgenoorth) am 17. 2. in der Friedrich Naumann-Stiftung in Gummersbach.
  • Vortrag "Zu Grundlagen der Chronikarbeit" beim Kieler Archivnachmittag 2001 am 4. 4. im Nordelbischen Kirchenarchiv in Kiel.
  • Kurzvortrag "Zum Stand der Chronistik in den Marschen" beim Studiennachmittag "Kultur des Wattenmeeres" am 18. 6. im Nordfriisk Instituut.
  • Vortrag "Altes Handwerk auf Föhr" in der Ferring-Stiftung am 14. 10. in Alkersum auf Föhr.
  • Fordreeging "Da hålie önj üülje än naie tide" bai e Friisk Harfsthuuchschölj di 19. 10. önj Leek.
  • Mehrfach Vorträge zu Nordfriesland und zur friesischen Arbeit vor Besuchergruppen im Nordfriisk Instituut sowie wiederum vor Zeitkräften und Zivildienstleistenden des Nationalparkamtes in Tönning am 27. 2. und am 20. 11.

Thomas Steensen:

  • Vortrag "Geschichte Nordfrieslands in Lichtbildern und Liedern" (Schwerpunkt: Ladelund und Karrharde) mit Kalle Johannsen auf Einladung des Ortskulturrings am 15. 1. in Ladelund.
  • Vortrag "Friesen im deutsch-dänischen Grenzland 1945-2000 - die dritte Kraft?" auf der deutsch-dänischen Historikertagung "Nationale Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzraum 1945-2000" am 23./24. 3. in der Højskolen Østersøen, Apenrade.
  • Vortrag "Die Friesen zwischen Deutsch und Dänisch" vor der Deutsch-Dänischen Gesellschaft am 29. 3. im "Thomas-Hotel", Husum.
  • Einführung zur Gedenkveranstaltung "200 Jahre A. L. J. Michelsen" am 31. 5. im Nordfriisk Instituut.
  • Vortrag "Das Wattenmeer als Weltkulturerbe?" auf der Informationsveranstaltung am 6. 6. im Kreistagssitzungssaal Husum.
  • Vortrag "Zwischen Dokumentation und Archiv. Zur Quellenüberlieferung bei der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein" auf dem 16. Schleswig-Holsteinischen Archivtag am 12. 6. im Rathaus Flensburg.
  • Vortrag "Das kulturelle Erbe des Wattenmeers" beim Studiennachmittag des Friesischen Seminars der Universität Flensburg und des Nordfriisk Instituut am 18. 6. in Bredstedt.
  • Stellungnahme zur eventuellen Namensfindung der Realschule Bredstedt vor der Fachkonferenz Geschichte und der Fachkonferenz Wirtschaft/Politik am 19. 6. in Bredstedt.
  • Vortrag "Neue Veröffentlichungen zur friesischen Bewegung" beim Studiennachmittag des Friesischen Seminars der Universität Flensburg und des Nordfriisk Instituut am 5. 7. in Bredstedt.
  • Vortrag "Friesischer Schulunterricht in Nordfriesland - Grundzüge der Entwicklung" bei dem 2. Friesischen Studientag am 18. 7. an der Universität Flensburg.
  • Vortrag "Geschichte Nordfrieslands in Lichtbildern und Liedern" (Schwerpunkt: Eiderstedt) mit Kalle Johannsen am 27. 8. im Eiderstedter Heimatmuseum (Kulturtreff) in Sankt Peter-Ording.
  • Vortrag "Wer war Christian Feddersen?" bei der erstmaligen Verleihung der Christian-Feddersen-Preise am 7. 9. im Nordfriisk Instituut.
  • Stellungnahme "Zwangsarbeitende in Nordfriesland" vor dem Kreiskulturausschuss am 12. 9. im Schloss vor Husum.
  • Vortrag "Zur Quellenüberlieferung der Friesen" auf dem 72. Deutschen Archivtag am 19. 9. im Congress Centrum in Cottbus.
  • Vortrag "Geschichte Nordfrieslands in 50 Bildern" vor dem Landfrauenverein Wiedingharde am 2. 10. in Neukirchen.
  • Vortrag "Die Friesen im deutsch-dänischen Grenzraum" am 22. 10. im Rahmen des Seminars "Land zwischen den Meeren" der Akademie Sankelmark.
  • Vortrag "Das Nordfriisk Instituut und die Wiedingharde" vor der Arbeitsgruppe Geschichte des Instituts am 17. 11. in Neukirchen.
  • Einführung "Der Wettbewerb Sprachenfreundliche Gemeinde" bei der Feierstunde zur erstmaligen Überreichung der Auszeichnungen am 17. 12. im Schloss vor Husum.
  • Mehrfach Einführungen in Sprache und Geschichte der Nordfriesen sowie in die Arbeit des Nordfriisk Instituut vor verschiedenen Adressatenkreisen, z. B. vor Studierenden aus Polen und von der Universität Flensburg am 23. 4. und Schriftleitungen regionaler Periodica am 29. 6. im Institut, sowie Stellungnahmen etc. für Presse, Rundfunk und Fernsehen, u. a. für den NDR, das ZDF und ein Live-Interview für das DeutschlandRadio am 8. 12.

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J. Hochschulen

Die von Thomas Steensen entworfenen Studienordnungen für die Lehramtsstudiengänge an der Universität Flensburg wurden am 14. 2., 18. 4. und 25. 4. vom kommissarischen Seminarbeirat ausführlich beraten und beschlossen. Es handelt sich um die Studienordnungen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen als zweites Fach bzw. als Erweiterungsfach, an Realschulen als Erweiterungsfach und schließlich für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen sowie an Realschulen als Ergänzungsfach. Nach der Beschlussfassung durch den Seminarrat wurden die Studienordnungen umgehend den zuständigen Organen der Universität Flensburg zugeleitet. Trotz immer neuer Briefe und Bitten seitens des Friesischen Seminars und auch trotz gegebener Zusagen der Hochschulleitung sind die Studienordnungen des Friesischen Seminars von den zuständigen Gremien der Universität bis heute nicht abschließend behandelt worden.
Rechtzeitig zum Wintersemester 2001/02 legte das Friesische Seminar erstmals einen Studienführer für das Fach Friesisch vor. Er enthält neben den - leider noch vorläufigen - Studienordnungen und einem Studienplan einige Grundtatsachen über das Friesische, beschreibt die Veranstaltungsformen des Faches, gibt Hinweise zur Manuskriptgestaltung und zum wissenschaftlichen Arbeiten, nennt die wichtigste Fachliteratur und die Anschriften der wissenschaftlichen friesischen Einrichtungen. Die Redaktion besorgte Thomas Steensen mit Hilfe von Rita Carlsen. Zum Wintersemester 2001/02 gab es drei neue Einschreibungen für das Fach Friesisch. Es wurde jedoch lediglich als Ergänzungsfach gewählt. Von der nach schwierigen Verhandlungen des Friesenrats mit dem Kultusministerium eröffneten Möglichkeit, Friesisch auf Antrag beim Ministerium auch als zweites Fach zu studieren, machte niemand Gebrauch, obwohl darauf mehrfach in der Öffentlichkeit hingewiesen worden war. So hatte Landtagspräsident Heinz-Werner Arens eigens zu diesem Thema ein Redaktionsgespräch mit den Husumer Nachrichten geführt.
Insgesamt sind 14 Studierende eingeschrieben; das ist der höchste Stand seit Bestehen des Faches. Die Lehrveranstaltungen werden darüber hinaus von zahlreichen Studierenden anderer Fächer und auch von Gasthörerinnen besucht. In der neuen Prüfungsordnung für Lehrkräfte ist vorgesehen, dass Deutschstudierende zwei Semesterwochenstunden in den Bereichen Niederdeutsch oder Friesisch zu absolvieren haben. Allein an der Vorlesung von Thomas Steensen "Einführung in das Friesische" nehmen mehr als 35 Studierende teil. Die Vorlesung ist mit sprachpraktischen Tutorien verbunden, die von den fortgeschrittenen Friesischstudierenden Jule Jessen, Sabrina Jessen und Britta Lindner gehalten werden.
Das Lehrangebot umfasste 15 bzw. 16 Semesterwochenstunden. Sechs davon wurden weiterhin vom Institutsdirektor erteilt, und zwar jeweils eine einführende Vorlesung oder Übung, eine geschichtlich-landeskundliche Übung und ein Lektürekurs oder ein Kolloquium. Prof. Nils Århammar erteilte vier Semesterwochenstunden, jeweils Übungen zum Föhring-Amring und zum Syltring. Nach jahrelanger erfolgreicher Tätigkeit bat Ingwer Nommensen im Sommer um Entbindung von seinen Lehraufträgen. Die didaktischen Veranstaltungen wurden fortgeführt von Dörte Flor, im Wintersemester 2001/02 gemeinsam mit Adeline Petersen. Dr. Claas Riecken erteilt einen festlandsfriesischen Sprachkurs und ein sprachwissenschaftliches Seminar. Christina Tadsen musste wegen ihrer Erkrankung während der Schwangerschaft ihre Tätigkeit als Lehrbeauftragte einstellen. Als Thomas Steensen am Ende des Wintersemesters 2000/01 wegen eines Unfalls ausfiel, übernahmen dankenswerterweise Harry Kunz und Adeline Petersen jeweils zwei Seminarsitzungen. Im Rahmen des von Thomas Steensen gehaltenen Sylt-Seminars führte eine Exkursion am 17. 1. nach Sylt; an der Organisation und inhaltlichen Ausgestaltung beteiligten sich intensiv Peter Müller und Carmen Müller-Matzen von der Söl'ring Foriining sowie Harry Kunz. Im Rahmen des Seminars "Die friesische Bewegung als Teil regionalistischer Bestrebungen in Europa" führte eine von Britta Lindner organisierte Exkursion am 20. 7. nach Amrum. Am 21. 11. besuchten die Teilnehmenden des Husum-Seminars von Thomas Steensen das Kreisarchiv und das Nissenhaus. Im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen bestand Nicole Quinten am 17. 10. ihre mündliche Prüfung im Fach Friesisch. Das Thema ihrer schriftlichen Hausarbeit lautete: "Leben und Werk zweier friesischer Dichterinnen von der Insel Föhr; Namine Witt (1843-1930) und Theodore Jappen (1853-1933). Ein Vergleich". Hauptprüfer und -gutachter war Prof. Århammar, Zweitprüfer und -gutachter Prof. Dr. Steensen. Prof. Århammar betreute als Hochschullehrer auch das Hauptpraktikum von Jule Jessen an der Grundschule Keitum/Sylt.
Friesisch kann künftig im Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft als Wahlpflichtfach im Rahmen des Studienschwerpunkts "Schulpädagogik" gewählt werden. Thomas Steensen erstellte dafür einen Vorschlag für einen entsprechenden Passus in der Studienordnung.
Die Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Fach Friesisch an der Universität Kiel wurde fortgesetzt. Prof. Dr. Helga Bleckwenn, Prof. Dr. Jarich Hoekstra, Ingwer Nommensen und Prof. Dr. Thomas Steensen trafen sich zu Besprechungen über ein Kooperationskonzept. Zum 18. 7. lud das Flensburger Friesische Seminar zum "2. Friesischen Studientag" ein; Jarich Hoekstra und mehrere Studierende aus Kiel nahmen daran teil. Die Flensburger Studierenden hatten ein kreatives Programm zusammengestellt. Dem European Centre for Minority Issues wurde ein Informationsbesuch abgestattet.
Im Nordfriisk Instituut hielt das Friesische Seminar erstmalig zwei Studiennachmittage, und zwar zu den Themen "Das kulturelle Erbe des Wattenmeers" und "Neue Publikationen zum Friesischen". Neben Friesisch-Studierenden wurden auch andere Interessierte angesprochen und einbezogen.
Auf Initiative der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack wurde am 13. 11. eine Besprechung über erste Erfahrungen mit der neuen Prüfungsordnung für Lehrkräfte gehalten. Daran nahmen Renate Schnack, die Beamten Ulrich Keudel und Ulrike Gutzeit aus dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, die Senatsbeauftragte Gyde Köster, Hans-Joachim Ihlhoff vom Institut für Praxis und Theorie der Schule, Prof. Dr. Helga Bleckwenn, die Friesischstudierenden Sabrina Jessen und Inga Scharfschwerdt sowie Thomas Steensen teil. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die kaum zumutbaren Bedingungen der Lehre in Augenschein genommen. Thomas Steensen hielt seine Vorlesung z. B. zeitweise im Sozialraum der Universität und sodann im Vorflur des Containergebäudes.
Der Vorsitzende des Institutsvereins, weitere Vertreter der friesischen Volksgruppe und der Institutsdirektor beteiligten sich an Gesprächen über die Errichtung eines Zentrums für Regionalkultur an der Universität Flensburg. Die Treffen fanden unter Leitung des Rektors bzw. der Senatsbeauftragten Gyde Köster am 18. 10. in der Nordsee-Akademie in Leck und am 13. 12. in der Zentralen Hochschulbibliothek, Flensburg, statt.
Für den Lehrbericht 1998-2001 der Universität verfasste Thomas Steensen den Part über das Friesische Seminar. Er beschrieb Schwerpunkte der Lehre, erläuterte sie mit Beispielen und nannte als wesentlichstes Defizit, dass die gesamte Lehre neben- und teilweise ehrenamtlich geleistet werde. Dieser unbefriedigende Zustand hielt im Berichtsjahr an. Hervorzuheben ist erneut die große Unterstützung durch Prof. Dr. Helga Bleckwenn, die weiterhin kommissarisch als Geschäftsführende Direktorin tätig ist.

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K. Öffentlichkeits- und Pressearbeit

Mit 53 Pressemitteilungen, die wiederum - jetzt in aller Regel per E-Mail - an bis zu 100 Korrespondenten und Redaktionen verschickt wurden, informierte das Nordfriisk Instituut im Berichtsjahr über seine Tätigkeit und über Aktionen und Projekte der friesischen Arbeit. Mehrfach waren Journalistinnen und Journalisten im Institut zu Gast, etwa vom Deutschlandfunk, vom DeutschlandRadio, von ARTE und vom Zweiten Deutschen Fernsehen. Das ZDF begleitete Thomas Steensen am 25. 9. auf einer Fahrt nach Föhr, wo u. a. der Kindergarten in Midlum, das Museum in Oevenum und die Familie Roeloffs in Oevenum besucht wurden; Antje Arfsten hatte die Vorbereitungen getroffen. Bei einer Pressekonferenz am 5. 7. wurde die Presse über den Wettbewerb "Sprachenfreundliche Gemeinde" informiert; Thomas Steensen führte in die Thematik ein. Kreispräsident Helmut Wree betonte die Unterstützung durch den Kreis Nordfriesland. Thomas Steensen war am 21. 5. einer der Gesprächspartner bei einer Telefonaktion des sh:z zum Thema "Welterbe Wattenmeer". Am 28. 5. nahm er an einem Redaktionsbesuch des Landtagspräsidenten Heinz-Werner Arens bei den Husumer Nachrichten teil; das wichtigste Thema bildeten die Studienmöglichkeiten im Fach Friesisch an der Universität Flensburg. Der Vorsitzende Thede Boysen besuchte die Husumer Nachrichten zu einem Redaktionsgespräch.

Internet-Auftritt:
Das seit 1999 bestehende Informationsangebot des Nordfriisk Instituut im Internet wurde im Berichtsjahr erweitert. Zuständig dafür war Paul-Heinz Pauseback. Außer dem Arbeitsbericht ist dort nun auch eine ausführliche Einführung für englischsprachige Besucher der Seite vorhanden. Unter dem Stichwort "Literatur" findet sich ein Verzeichnis friesischsprachiger Veröffentlichungen, zusammengestellt von Harry Kunz und Adeline Petersen, sowie eine Einführung in die nordfriesische Literatur von Thomas Steensen. Ebenfalls von Thomas Steensen stammt der Artikel zur Quellenüberlieferung bei der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein. Die Linksammlung wurde erneuert, sie soll auch in Zukunft auf aktuellem Stand gehalten werden. Weiteres Material wurde vorbereitet, wie zum Beispiel die Vorstellung aller Mitarbeiter des Nordfriisk Instituut. Die Homepage wird ständig erweitert und aktualisiert. Darüber hinaus wurde in der zweiten Jahreshälfte die Idee eines "Friisk Portaal" weiterentwickelt und beim Friesenrat als Projekt im Rahmen der Förderung der Friesen aus Bundesmitteln eingereicht

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L. Information und Kontakte

Auch im Jahr 2001 konnte das Nordfriisk Instituut zahlreiche Gäste begrüßen. An dieser Stelle können nur einige Beispiele genannt werden.
Am 14. 2. kamen Gerold Lüerßen und Manfred Vollmer vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat - CWSS) Wilhelmshaven nach Bredstedt, um mit Erika Eifler den Fortgang des LANCEWAD-Projekts (vgl. E.) zu besprechen und sich über die Arbeit des Instituts generell zu informieren.
Am 22. 3. kamen Vertreterinnen und Vertreter des NDR und der Sponsoren im Institut zusammen, um den NDR-Erzählwettbewerb "Ferteel iinjsen" (vgl. F.) auf den Weg zu bringen.
Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Inneren und dort unter anderem zuständig für Minderheitenfragen, besuchte mit Begleitung am 19. 4. das Institut und informierte sich über den aktuellen Stand der friesischen Arbeit.
Unter Leitung von Ute Neuhaus-Schröder vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund kamen Schriftleiterinnen und Schriftleiter heimatkundlicher Periodika aus Schleswig-Holstein am 29. 6. im Nordfriisk Instituut zu ihrer Jahrestagung zusammen. Fiete Pingel und Thomas Steensen berichteten über Grundlagen und Vorhaben der Institutsarbeit und präsentierten die in Nordfriesland erscheinenden Regional-Zeitschriften.
Am 17. 7. kamen die Nordstrander Heimatpfleger Hans Harro Hansen und Georg Reynders, um das Projekt einer Biographie des Nordstrander Bauern und Rungholtforschers Andreas Busch zu erörtern.
Annette Grass vom Kieler Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur besprach am 25. 7. anstehende Projekte. Am 27. 7. war wieder Prof. Dr. Mark Diatchkov, Moskau, zu Gast. Am 18. 8. besuchten der Generalsekretär des Gesamt-Friesenrates Roel Falkena und die Geschäftsführerin Jos Popkema-van Heijningen das Nordfriisk Instituut. Am 27. 11. kam Jens Enemark, Leiter des Trilateralen Wattenmeer-Sekretariats in Wilhelmshaven. Am 6. 12. besuchte Bernd Facklam aus Husum, Mitglied des Kreiskulturausschusses, das Institut.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts nahmen wiederum an zahlreichen Veranstaltungen, Zusammenkünften und Besprechungen teil. Nur einige Beispiele können genannt werden. So besuchte Thomas Steensen am 21. 3. das Nationalparkamt in Tönning und sprach hier mit dem Leiter Dr. Bernd Scherer und dem stellvertretenden Leiter Dr. Helmut Grimm. Am 17. 9. nahm er an der Abschlusskonferenz des LANCEWAD-Projekts in Bad Bederkesa teil. Antje Arfsten vertrat das Institut unter anderem auf dem Kongress "Sprachenvielfalt und Demokratie" am 16. 11. in Berlin. Adeline Petersen wirkte weiterhin mit an der Spracharbeit in der Wiedingharde und an der Herausgabe der friesischen Zeitschrift En krumpen üt e Wiringhiird. Fiete Pingel arbeitete auch 2001 im Vorstand der Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte mit. Thomas Steensen setzte seine Arbeit als stellvertretender Vorsitzender der Ute-Karl-Friedrich-und-Carsten-Hagemann-Stiftung fort und gehört auch weiterhin dem Beirat der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte an.

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M. Arbeitsgruppen

1. Interessengemeinschaft Baupflege

(Vorsitzender: Gerd Kühnast)

Im 21. Jahr der IG Baupflege konnte der Verein den 20. Jahrgang der Vereinszeitschrift DER MAUERANKER abschließen. Erschienen sind 80 Hefte und vier Sonderhefte zu bestimmten Anlässen, wie z. B. dem Friedrichstädter Stadtjubiläum. Das sind rund 2 750 Seiten, geschrieben von rund 150 Autorinnen und Autoren. Das Heft hat sich für die IGB-Arbeit als unentbehrlich erwiesen für Kontakte nach innen und nach außen. In der Redaktion arbeitet Gudrun Soeder seit Mitte des Berichtsjahres mit.
Veranstaltungen: Die Jahresexkursion im Mai führte nach Mecklenburg-Vorpommern: Individuelle Betreuung leisteten Prof. Frank Braun auf Fischland-Darß und in Wismar, Axel Bauer in Stralsund und Imke Thielk in Rostock und Westmecklenburg. Im Juni wurde eine Tagesexkursion mit Besichtigung eines Dithmarscher Bauernhauses in Fedderingen angeboten und die IGB beteiligte sich am "Tag des offenen Denkmals" mit einem Infostand in Friedrichstadt.
Veröffentlichungen: Vier Maueranker mit je 36 Seiten erschienen im Berichtsjahr. In der Neuerscheinung "Kultur und Tradition an der deutschen Nordseeküste" von Jürgen Newig und Hans Theede (Hrsg.) erschien ein Beitrag von Gerd Kühnast zum Thema Bauernhäuser im deutschen Nordseeküstenraum (Ellert & Richter 2001).
Beratung: Die Anfragen bei der IG Baupflege waren wie immer zahlreich. Es ging um die Vermittlung fachkundiger Handwerksbetriebe, um Anschriften, um Materialbeschaffung und -angebote, um Hauskäufe oder -verkäufe, um Archivwünsche und natürlich um fachkundige Beratung bei der Sanierung. Diese interessante Aufgabe erfordert mehr oder weniger Zeit und macht besondere Freude, wenn für beide Seiten befriedigende Antworten oder Lösungen gefunden werden. Es gab eine Reihe guter Ergebnisse. Den Aktiven, den Architekten und Handwerkern sei für ihren Einsatz herzlich gedankt, ebenso allen, die der IGB mit Worten, Taten oder finanziell unter die Arme gegriffen haben.
Vorstand: Der Vorstand tagte viermal, im Juni auf Föhr, wo IGB-Kontaktmann Heie Sönksen-Martens einige interessante Gebäude zeigte, darunter sein Bauernhaus in Oevenum mit dem darin liebevoll eingerichteten Heimatmuseum. Auf der Jahreshauptversammlung im November wurde beschlossen, Bert Ex aus Fedderingen zu den Vorstandssitzungen einzuladen, um ihn in die Vorstandsarbeit einzubinden.

Gerd Kühnast

2. Arbeitsgruppe Geschichte

(Vorsitzender: Sönnich Volquardsen)

Die Arbeitsgruppe lud im Berichtsjahr zu zwei Veranstaltungen ein. Am 24. 2. ging es um die Volkszählungen des 19. Jahrhunderts. Dr. Ingwer Ernst Momsen von der Kieler Universitätsbibliothek, der sich in seiner Dissertation damit befasst hatte, berichtete über "Die Geschichte der Volkszählungen in dänischer Zeit und ihren Wert als historische Quelle". In einem von Dr. Paul-Heinz Pauseback geleiteten Forum berichteten der dänische Forscher Lars Jørgen Helbo vom Aufbau einer Volkszählungs-Datenbank in Dänemark. Hinrich Hansen und Gerhard Deutschmann, die sich unter anderem mit Personen- und Familienforschung in einzelnen Bereichen Nordfrieslands befassen, beleuchteten die Situation in Schleswig-Holstein. Abschließend berichtete AG-Vorsitzender Sönnich Volquardsen unter dem Aspekt der Namensgebung für den Wilhelminen- und den Karolinenkoog in unterhaltsamem Ton von "Gründen, Hintergründen und Abgründen" in der Geschichte des dänischen und des schleswig-holsteinischen Hochadels im 18. und 19. Jahrhundert.
Gemeinsam mit dem Amt Wiedingharde, für das Amtsvorsteher Peter Ewaldsen die Versammlung willkommen hieß, luden das Nordfriisk Instituut und seine Geschichts-AG sodann am 17.11. ein zu einer Zusammenkunft in der Gaststätte Rasch in Neukirchen. Prof. Dr. Thomas Steensen zeigte in einem Vortrag Verbindungen zwischen dem Institut und der Sprach- und Kulturarbeit in der Wiedingharde auf. Sodann präsentierte Fiete Pingel das Buch von Andreas Møller über "Boote und Bootsleute in der Marsch" (vgl. G.). Der Neukirchener Heimatkundler Hans Carstensen wies in ergänzenden Ausführungen auf in der Neukirchener Chronik dokumentierte Erkenntnisse zum früheren amphibischen Leben der Wiedingharder Marschleute hin. Albert Panten berichtete zudem über die erste Vermessung der Wiedingharde im Jahre 1693.

Sönnich Volquardsen

3. Arbeitsgruppe Genealogie

(Vorsitzender: Jens-Uwe Nissen, stellvertr. Vorsitzende: Karna Voigt)

Die Arbeitsgruppe lud anlässlich der beiden unter M. 2. genannten Veranstaltungen jeweils zu ihrer genealogischen Tauschbörse ein. Die Beiträge zu den Volkszählungen am 24. 2. waren auch für die Familienforscher von besonderem Interesse und es konnten einige Kontakte zu dem in Dänemark laufenden Projekt hergestellt werden. In Neukirchen am 17. 11. berichtete Lorenz Ewaldsen, Aventoft, über seine genealogischen Forschungen und Dokumentationsarbeiten beiderseits der deutsch-dänischen Grenze. Er zeigte die Verwurzelung des Malers Emil Nolde in der dortigen Region und gab auch Erläuterungen zu den Vorfahren des Bauernrebellen Cornelius Petersen, Westeranflod (Møgeltønder). Jens Uwe Nissen

Fiete Pingel fungierte wiederum als Sekretär der Arbeitsgruppen 2 und 3.

4. Arbeitsgruppe Sprache und Literatur

(Vorsitzender: Prof. Nils Århammar)

Die AG Sprache und Literatur lud im Berichtsjahr zweimal zu einem Treffen ein. Am 15. 5. war sie Mitveranstalterin der gut besuchten Vorstellung von Johannes Petersens Erzählungen "En schaame awt wååder", herausgegeben von Adeline Petersen (s. auch C 2. und F.), im Nordfriisk Instituut. Erfreulicherweise nahmen Johannes Petersens Witwe Christine Petersen, die an dem Tag ihren 82. Geburtstag feierte, wie auch der Sohn, die Schwiegertochter und zwei der Enkelkinder sowie Marie Vriesema, die Gestalterin der Umschlagszeichnung, an der Vorstellung teil. Auf dem Programm standen eine von Dr. Ommo Wilts vorgenommene Würdigung der literarischen Aspekte der Sammlung und die Lesung zweier Erzählungen durch Berta M. Markussen.
Am 1. 12. referierte der Vorsitzende in Niebüll über Herkunft und Zusammensetzung des nordfriesischen Wortschatzes. Er ging aus von den erst nach 1945 geschaffenen Monatsnamen des Jarling. Dann behandelte er eine Reihe von Etymologien wie die der dialektal unterschiedlichen Bezeichnungen für ,Tisch' oder die der Wörter für ,Hochzeit', ,Wochenbett', ,Tauffeier' und ,Totenmahl', an denen die für das Nordfriesische so typische Konkurrenz altfriesischer und altdänischer Wörter deutlich wurde. Die Hauptwerke zur nordfriesischen Etymologie, besonders die von seinem Lehrer Ernst Löfstedt, wurden genauso präsentiert wie der "Deutsche Wortatlas" und der "Atlas Linguarum Europa".

Nils Århammar/Adeline Petersen

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