Arbeitsbericht 2003      

    H  
   
Wählen sie hier ein Stichwort aus...

       


A. Personal

Am 31.12.2003 waren folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Institut beschäftigt:

  • Institutsdirektor: Prof. Dr. Thomas Steensen
  • Institutslektorin für friesische Sprache und Friesisch in den Medien, stellvertretende Institutsleiterin: Christina Tadsen, M. A. (ab 26. 10. 2001 bis voraussichtlich 20. 6. 2004 Inanspruchnahme der Elternzeit)
  • Institutslektorin, friesische Sprache und Literatur, Friesisch in den Medien: Antje Arfsten, M. A. (25 Stunden, Vertretung für die Dauer der Elternzeit von Christina Tadsen)
  • Institutslektorin, friesische Sprache und Literatur, Nordfriesisches Jahrbuch: drs. Adeline Petersen (23 Stunden)
  • Institutslektor, Orts- und Regionalgeschichte, Bibliothek und Dokumentation, Zeitschrift Nordfriesland: Fiete Pingel, M.A. (19 Stunden)
  • Geschäftsführerin: Marlene Bierbach (31 Stunden/Woche)
  • Sekretärin: Rita Carlsen (29 Stunden/Woche)
  • Sachbearbeiterin: Anke Hoetter (24 Stunden/Woche)
  • Sachbearbeiterin: Bärbel Andersen (16 Stunden/Woche, ab 1.1.2000)
  • Hauspflegerin und Bürogehilfin: Angela Sachau (1/2 Stelle)
  • Projekt „Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-
    Holsteins“: Dipl.-Soziologe Harry Kunz und Anke Hoetter
    (Schreibkraft mit 4 Stunden),
  • Bundesprojekte „Friesisch im Internet“ sowie „Friesische Publikationen im Internet“: Dr. Jens Owe Petersen,
  • Bundesprojekt „Gedächtnis der friesischen Bewegung“: Benedikta zu Stolberg (19 Stunden) und Astrid Karstensen (7 Stunden),
  • Bundesprojekt „Friesische Videofilme für Kinder“: Antje Arfsten, M. A.,
  • Projekt: „Auswanderer-Archiv Nordfriesland“: Dr. Paul-Heinz Pauseback (ehrenamtlich),
  • Ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Bibliothek: Albert Schmid (stundenweise).

Vom Schulamt abgeordnet:

  • Mitarbeiterin für den friesischen Schulunterricht: Dörte Flor (18 Wochenstunden)

Praktikum:

  • Monika Schmidt vom 14. 10. 2002 bis 17. 1. 2003 im Rahmen einer
    Umschulungsmaßnahme zur Kauffrau für Bürokommunikation bei der
    Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein im Sekretariat.
  • Matthias Block ab 6. 3. für vier Wochen in der Bibliothek.
  • Andrea Hähner ab 1. 4. für zwei Monate in der Bibliothek.
  • Jasmin Marcussen vom 2. 9. bis 24. 10. in der Bibliothek und im Sekretariat.
  • Andrea Engel vom 24. 11. bis 19. 12. im Sekretariat im Rahmen einer
    Umschulungsmaßnahme zur Kauffrau für Bürokommunikation bei der
    Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein.

>>  Nach Oben  <<



B. Verein und Geschäftsführung

Der Vorstand des Vereins Nordfriesisches Institut e.V. setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

Vorsitzender:
Thede Boysen, Flensburg

stellv. Vorsitzender:
Nils Dahl, Bredstedt

Schriftführer:
Peter Nissen, Hamburg

stellv. Schriftführerin:
Marie Tångeberg, Efkebüll

Schatzmeister:
Heinrich Bahnsen, Breklum

stellv. Schatzmeisterin:
Eike Nielsen, Westerland/Sylt

Beisitzer, Foriining for nationale Friiske:
Eike Nommensen-Hingst, Hattstedt

Beisitzer, Nordfriesischer Verein:
Max Petersen, Niebüll

Beisitzer, Heimatbund Landschaft Eiderstedt:
Dr. Jürgen Hinrichsen, Garding

Beisitzer, Nordfriesische Wörterbuchstelle der Universität Kiel:
Prof. Dr. Jarich Hoekstra, Kiel

Beisitzer, Jugendgruppe des Nordfriisk Instituut:
Gary Funck, Husum

Beiratssprecherin:
Inken Völpel-Krohn, Kiel

stellv. Beiratssprecher:
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jacobsen, Utersum

Kuratoriumssprecher:
Prof. Dr. Dieter Lohmeier, Kiel


>>  Nach Oben  <<


Mitglieder

Mitgliederbewegung 2003:

Gestorben
20
Austritte
7
Streichungen
7
Neue Mitglieder
34
Einstiegsmitgliedschaften
4

 

 

Mitgliederstatistik:

Einzelmitglieder
548
Ehepaare 85x2
170
Mitglieder mit ermäßigtem Beitrag
73
juristische Personen
60
Ehrenmitglieder
9
Einstiegsmitgliedschaften
4

 

Gesamtzahl der Mitglieder am 31.12.2003
864

 

Die Mitgliederversammlung fand am 26. 4. in Niebüll statt. Das Kuratorium des Nordfriisk Instituut kam im Berichtsjahr nicht zusammen. Der Beirat traf sich am 12. 4. sowie am 6. 12. Der Vorstand tagte achtmal, einmal gemeinsam mit dem Plattdeutschen Rat Schleswig-Holstein. Die Institutskonferenz beriet am 14. 3. im Nordfriisk Instituut über das Arbeitsprogramm. Der Satzungsausschuss traf sich zweimal, um über die Anpassung der Satzung an veränderte Gegebenheiten zu beraten.

>>  Nach Oben  <<

Finanzen

Zur Mitgliederversammlung 2003 musste ein Haushalt vorgelegt werden, der mit einem Defizit von 36 472 Euro abschloss. Damit dieser Fehlbetrag nicht zum Tragen kam, wurden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet: Eine halbe Stelle im wissenschaftlichen Bereich ist weggefallen, weitere Einsparungen ergaben sich durch Stundenkürzungen. Die Öffnungszeiten des Instituts wurden um etwa die Hälfte reduziert. Eine große Hilfe zur Vermeidung des Defizits war die Bereitschaft zahlreicher Mitglieder, durch Spenden oder durch freiwillige Erhöhung des Mitgliedsbeitrages den Erhalt des Instituts zu sichern. Über 16 000 Euro erbrachte der Spendenaufruf in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Nordfriesland.
Mittelfristig kann das Institut seine Leistungsfähigkeit nur erhalten, wenn eine Grundausstattung durch öffentliche Zuschüsse sichergestellt wird. Ein erster positiver Schritt in diese Richtung ist die für 2004 und 2005 im Landeshaushalt vorgesehene Erhöhung des Zuschusses zum Ausgleich für Tarifsteigerungen. Dank der zweckgebundenen Spende eines Mitglieds konnte im Berichtsjahr die Telefonanlage den Erfordernissen angepasst werden. Über die finanzielle Situation informiert im Übrigen der Haushaltsbericht des Schatzmeisters, der zur Mitgliederversammlung am 24. April 2004 in Niebüll vorgelegt wird. [S. Presseartikel S. 29, 30, 31, 32]

>>  Nach Oben  <<

C. Verlag

1. Periodische Schriften

Nordfriesland
Redaktion: Peter Nissen, Fiete Pingel und Prof. Dr. Thomas Steensen. Die Schlusskorrektur las im Berichtsjahr Harry Kunz. Die Druckdateien erstellte Fiete Pingel. Die Nummern 141, 142 und 143/144 erschienen im März, Juni und Dezember. Der Nummer 142 war das Protokoll der Mitgliederversammlung 2003 beigeheftet, auf die Beilegung des Arbeitsberichtes 2002 wurde aus finanziellen Gründen verzichtet..

Nordfriesisches Jahrbuch
Schriftleitung: Hans Carstensen, Albert Panten, Adeline Petersen und Prof. Dr. Thomas Steensen. – Das Nordfriesische Jahrbuch 2003, Band 39, umfasst 128 Seiten und erschien Anfang Oktober. Die technische Bearbeitung der Datei für den Druck besorgte Jens Owe Petersen in Abstimmung mit Thomas Steensen. Die Schlusskorrektur las Harry Kunz. Das Jahrbuch wird wie in den Vorjahren auf Anforderung an jedes Mitglied abgegeben.

Jarling
Herausgegeben von Marlene Bierbach, Ulf Dahl und Dr. Karin Haug. Übersetzungen von Antje Arfsten, Prof. Dr. Elin Fredsted, Gerd Kühnast, Carmen Müller-Matzen und Adeline Petersen.
Anfang Juli erschien der nordfriesische Fotokalender Jarling 2004 unter dem Titel „Hans Hoffmann: Warkeldäi“. Er enthält 13 Schwarz-Weiß-Aufnahmen des im Februar 2002 verstorbenen Husumer Fotografen Hans Hoffmann aus unterschiedlichen Bereichen des Alltagslebens in Nordfriesland. Die Bildunterschriften und das Kalendarium sind in Mooringer, Wiedingharder und Goesharder Friesisch, in Sölring, Fering, Öömrang und Halifreesk, in Niederdeutsch und erstmals seit längerer Zeit auch wieder in Synnejysk abgefasst.

>>  Nach Oben  <<

2. Reihen

Studien und Materialien
Nr. 32: Isabella Löw: „Die Eiderstedter Landrechte von 1426 bis 1591. Rechtsgeschichte, Rechtswandel und Rechtsverwandtschaften“. Lektorat: Harry Kunz. XIV und 295 Seiten.
Nr. 33 : August Schulz: „Mitteilungen aus der Vergangenheit der Stadt Husum und Umgebung“. Herausgegeben von Jürgen Dietrich und Konrad Grunsky. Lektorat: Harry Kunz. 82 Seiten.

NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut
Nr. 3: Thomas Steensen (Hrsg.): „Friesisch in Fahretoft“. Eine empirische Untersuchung zum friesischen Grundschulunterricht am Beispiel der Hans-Momsen-Schule. Durchgeführt vom Friesischen Seminar der Universität Flensburg. 48 Seiten.

Materialien für den friesischen Schulunterricht
Nr. 8: „Lätj üs friisk schunge“. 35 stöögne for latje än uk for grute. Tuhuupestald, beårbed än tiikend foon Dörte Flor. 91 Seiten mit zahlreichen Zeichnungen.
Nr. 8a: „Årbeshäft fort schungebök ‚Lätj üs friisk schunge“. Tuhuupestald, beårbed än tiikend foon Dörte Flor. 110 Seiten mit zahlreichen Zeichnungen.

Neues Friesisches Archiv
Redaktionsausschuss: Albert Panten, Fiete Pingel, Prof. Dr. Thomas Steensen.
1: 138 Seiten.

3. Einzelveröffentlichungen

  • Reimer Kay Holander: „Der Schimmelreiter – Dichtung und Wirklichkeit“. Kommentar und Dokumentation zur Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm. Neue, ver besserte und aktualisierte Ausgabe. Lektorat: Fiete Pingel. 176 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Nr. 172.
  • Albert Bantelmann:„Nordfriesland in vorgeschichtlicher Zeit“. Durchgesehen und ergänzt von Martin Segschneider. Teil 1 der „Geschichte Nordfrieslands“, herausgege ben vom Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Nordfriesland (3., neu bearbeitete und ergänzte Auflage) sowie Nr. 19 der Schriftenreihe (Neue Folge) des Dr.- Carl-Haeberlin-Friesen-Museums, Wyk auf Föhr. Lektorat: Jutta Kollbaum-Weber, Thomas Steensen. 80 Seiten mit zahlreichen, teilweise farbigen Abbildungen. Nr. 173
  • „Luklik tid“. Üülje än naiere bjarnerime än hu dächte deertu, soomeld unti schraawen foon Albrecht Johannsen, ütdänj foon Adeline Petersen ma bile foon Anna Lena Straube. 79 Seiten, Strichzeichnungen. Nr. 174.
  • Arbeitsgemeinschaft Wobbenbüller Chronik: „Chronik von Wobbenbüll, Band 3: Geschichte des Dorfes und der Höfe“. 214 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Nr. 87c.
  • Harry Kunz: „Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig- Holsteins. Abschnitt IV: Kreis Ostholstein“. Herausgegeben vom Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv Schleswig-Holstein. 409 Seiten. Nr. 146c.
  • „Sylt Quiz“. Über 200 Fragen zusammengestellt von Harry Kunz und Thomas Steensen. 146 Seiten. Wachholtz Verlag, Neumünster.
  • Thomas Steensen: „Langenhorn. Ein Streifzug durch die Geschichte der Gemeinde
    mitten in Nordfriesland“. Herausgegeben von der Gemeinde Langenhorn. 48 Seiten mit Abbildungen.
  • „Fryske Taal Rotonde för aran“. En jongensbuk tu ütjmoolin, föörleesen an schongen. 49 Seiten (Fering).
  • „Fryske Taal Rotonde bait hüs“. En bjarnebök tu önjmåålen, forleesen än schungen. 49 Seiten (Frasch).
  • „Fryske Taal Rotonde för aran“. En jongensbuk tu ütjmoolin, föörleesen an sjongen. 49 Seiten (Öömrang).
  • „Fryske Taal Rotonde fuar itüüs“. En Jungensbok tö Önmaalin, Fuarleesen en Sjungen. 49 Seiten (Sölring).

>>  Nach Oben  <<

D. Bibliothek und Archiv

Bibliothek, Archiv und Dokumentation des Nordfriisk Instituut sind angelegt als Spezialsammlung zur Region Nordfriesland mit allen Themenbereichen. Diese Sammlung wird ständig ausgebaut. Infolge der Finanzknappheit war es über weite Strecken des Berichtsjahres nicht möglich, wie bisher eine Hilfskraft für den Bereich Bibliothek und Archiv aus Institutsmitteln zu bezahlen.
Seit dem 1. Mai sind Benedikta zu Stolberg mit 19 Wochenstunden und Astrid Karstensen mit 7 Wochenstunden im Rahmen des Projekts „Gedächtnis der friesischen Bewegung“ (s. D. 2) beschäftigt.

1. Bibliothek

Im Berichtsjahr wurden rund 370 Einzelveröffentlichungen und Ausgaben von knapp 200 Fortsetzungen eingestellt. Ankäufe mussten unterbleiben. Die Neuerscheinungen werden erworben im Schriftentausch, als Freistücke von Verlagen oder als Rezensionsexemplare.
Auch im Berichtsjahr erhielt das Institut dankenswerterweise Bücher und Schriften als Geschenk, und zwar im Einzelnen von Thede Boysen, Jürgen Dietrich, Dr. Volkert F. Faltings, Fryske Akademy, Gerd Hagenah, H.-S. Hansen, Interfriesischer Rat/Sektion Nord, Hans Jessel, J. Johannsen, Dr. Klaus Kellmann, Reinhard Kolbe, Kreisarchiv Nordfriesland, Rieke Lempelt, Dr. Hajo van Lengen, Albert Panten, Fiete Pingel, Georg Reynders, Prof. Dr. Martin Rheinheimer, Prof. Dr. Dietrich Scholze, Brigitta Seidel, Boy Christian Sibbers, Prof. Dr. Thomas Steensen, Bernd Strauch, Sönnich Volquardsen, Jan Walburg.
Es wurden umfangreiche Vorarbeiten zur Vermarktung der Doublettenbestände via Internet geleistet, hierbei setzte sich neben Benedikta zu Stolberg vor allem die Praktikantin Jasmin Marcussen erfolgreich ein. Infolge der äußerst angespannten Personalsituation in der Bibliothek konnte dieses Vorhaben aber noch nicht konkret umgesetzt werden.

2. Archiv

„Gedächtnis der friesischen Bewegung“: Im Mittelpunkt der Archivarbeit steht das am 1. Mai 2003 angelaufene, aus Bundesmitteln geförderte Projekt „Gedächtnis der friesischen Bewegung“. Das Wirken der friesischen Vereinigungen spiegelt sich in einer Fülle von Protokollen, Briefen, Aufzeichnungen, Veröffentlichungen und sonstigen Unterlagen. Diese Bestände sind bedeutsam nicht nur für die friesische Bewegung selbst, sondern auch für die Regionalforschung in Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Ziel des Projektes ist es, sie zu sichern und sie für die Forschung nutzbar zu machen. Eine wesentliche Grundlage bilden die wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Themenkreis, insbesondere die Dissertationen von Johannes Jensen und Thomas Steensen. Hierauf fußend, bearbeitete Benedikta zu Stolberg zunächst die Überlieferung des Vereins Nordfriesisches Institut, seiner Gremien und seiner zentralen Arbeitsvorhaben und legte zudem eine umfassende Bibliographie und ein umfassendes Personenregister zur friesischen Arbeit an. Astrid Kars-tensen leistete Recherche-Arbeiten. Die Koordination des Projekts besorgt Fiete Pingel in Abstimmung mit Thomas Steensen.
Lothar Röschert und Erik Struckmeyer von der Bredstedter Behinderteneinrichtung „Haus am Mühlenteich“ digitalisierten unter Anleitung ihres Betreuers Hartmut Kumm weiterhin Bilder und Texte für die Dokumentation. Insbesondere wurden ausgewählte Artikel aus den Nordfriesischen Jahrbüchern für eine Präsentation im Internet vorbereitet.
Unter der ehrenamtlichen Betreuung von Albert Schmid wurde die Zeitungsausschnittsammlung fortgeführt. Für die Sammlung ausgewertet wurden weiterhin Husumer Nachrichten, Nordfriesland Tageblatt, Sylter Rundschau, Der Insel-Bote, Flensborg Avis, Nordschleswiger, Ostfriesen-Zeitung sowie in Nordfriesland erscheinende Anzeigenblätter, und zwar weiterhin vor allem von Harry Kunz, Fiete Pingel und Thomas Steensen. Die technische Bearbeitung besorgten neben Angela Sachau die Praktikantinnen Andrea Engel, Andrea Hähner, Jasmin Marcussen und Monika Schmidt.

>>  Nach Oben  <<

E. Landeskunde

Grundinformation über die friesische Volksgruppe: Das Nordfriisk Instituut sieht es als eine wesentliche Aufgabe an, sachgemäß über Sprache, Geschichte und aktuelle Situation der friesischen Volksgruppe zu informieren, nicht zuletzt auf überregionaler Ebene. In diesem Sinne verfasste Thomas Steensen einen Aufsatz für die Zeitschrift des Leibniz-Instituts für Länderkunde an der Universität Leipzig Europa Regional.

Lebenserinnerungen Friedrich Paulsens: Die Arbeit an der erstmaligen vollständigen Veröffentlichung der Lebenserinnerungen Friedrich Paulsens (1846-1908) in deutscher Sprache wurde fortgesetzt. Thomas Steensen nahm in Verbindung mit der an der Universität Flensburg gehaltenen Lehrveranstaltung eine weitere Durchsicht vor. Benedikta zu Stolberg erstellte in Abstimmung mit Thomas Steensen ein Personenverzeichnis und ermittelte Daten zu den meisten vorkommenden Personen.

Datenbank Nordfriesland: Im Berichtsjahr wurde der Bestand an Informationstexten zu nordfriesischen Themen weiter ausgebaut. Harry Kunz besorgte auch weiterhin die Pflege der Datenbank. Er und Thomas Steensen fertigten mehrere Artikel an, hauptsächlich zu nordfriesischen Ortschaften und Personen.
Vermittlung regionalkundlicher Kenntnisse in den Schulen: Das Institut vertritt weiterhin das Anliegen, die Themen Sprache, Geschichte und Kultur Nordfrieslands im Schulunterricht in der Region zu verankern und zu stärken. Am 14. Oktober kamen dazu die nordfriesischen Lehrer Claus Heitmann, Sankt Peter-Ording, Michael Christiansen und Albert Panten, beide Niebüll, sowie Fiete Pingel und Thomas Steensen im Institut zusammen, um die Möglichkeiten für die systematische Sammlung entsprechenden Unterrichtsmaterials und für die Schaffung eines Netzwerkes von interessierten Lehrkräften zu schaffen.
Auf Vermittlung von Ingwer Nommensen nahm Fiete Pingel am 31. März in Aventoft teil an einer Vorbesprechung zu dem Projekt „Europaklasse“, in dessen Rahmen Schülerinnen und Schüler aus den Oberstufen des Gymnasiums Tondern und der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule gemeinsam Unterricht erhalten. Es sollen hierbei vom Schuljahr 2004/05 an auch gezielt regionalkundliche Stoffe einbezogen werden. Fiete Pingel hält zudem weiterhin fortlaufend Vorträge zur Geschichte, Sprache und Kultur Nordfrieslands in den Oberstufen der Gymnasien im Gebiet des Kreises Nordfriesland. [S. Presseartikel S. 32]

Christian-Feddersen-Preis: Am 4. September verlieh das Nordfriisk Instituut mit Unterstützung der Ute-Karl-Friedrich-und-Carsten-Hagemann-Stiftung zum dritten Mal den Christian-Feddersen-Preis. Für das Jahr 2003 waren die Grundschulen Nordfrieslands aufgerufen, ihre Vorschläge kundzutun. Ausgezeichnet wurden das in den 1980er Jahren von der Lehrerin Greta Johannsen initiierte friesische Patenschaftsmodell der Hans-Momsen-Schule in Fahretoft sowie die Bürgerschule in Husum, die anlässlich der 400-Jahr-Feier der Stadt mit einem historischen Festumzug und einem Markttreiben für zwei Tage die Vergangenheit wieder aufleben ließ. Die technische Organisation der Veranstaltung lag bei Rita Carlsen, die auch zusammen mit Dörte Flor die Preisverleihung plante und organisierte. Dem Kuratorium gehören Dörte Flor, Greta Johannsen, Hark Martinen, Thomas Steensen und Marie Tångeberg an. [S. Presseartikel S. 35]

>>  Nach Oben  <<

>>  Nach Oben  <<

F. Sprache und Literatur

Nordfriesisches Liederbuch: Singen bietet einen wichtigen Zugang zur Sprache. Vor allem an Schulen und Kindergärten wendet sich das von Dörte Flor zusammengestellte neue friesische Liederbuch „Lätj üs friisk schunge“. Es enthält 35 Lieder in sieben verschiedenen Dialekten mit zeitgemäßen Texten, die nach bekannten, aber auch nach neu komponierten Melodien gesungen werden sollen. Noten, Gitarrengriffe, Wortlisten und entsprechend aufbereitetes Material zu den Liedtexten in dem dazugehörigen Arbeitsbuch bieten die Möglichkeit, in selbstständiger Arbeit in offenem Unterricht den eigenen Dialekt umfassend zu behandeln, aber auch sich mit anderen friesischen Mundarten vertraut zu machen. Das Lektorat der friesischen Texte übernahmen Antje Arfsten (Fering, Fräisch und Öömrang), Adeline Petersen (Frasch, Fräisch und Freesk), Bettina Köhn (Halunder) und Carmen Müller-Matzen (Sölring). Käthe Jürgensen lieferte die Übersetzungen der Nordergoesharder Lieder. Das aufwendige Layout für das Liederbuch erstellten Bärbel Andersen und Anke Hoetter, die auch das umfassende Arbeitsbuch bearbeitete. Bei der Fertigstellung des Liederbuches halfen zahlreiche Personen, die im Vorwort erwähnt sind. Die Veröffentlichung wurde mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Frasche Rädj-Friesenrat gedruckt. Sie wurde mit einem bunten Programm am 27. 11. in der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule, Lindholm, vorgestellt.
„Luklik tid“: Kurz vor Weihnachten konnte das Buch „Luklik tid“ von Albrecht Johannsen erscheinen. Es war ein lang gehegter Wunsch, die von Albrecht Johannsen gesammelten sowie selbst verfassten Kinderreime, die sich als zweiteilige Handschrift im Besitz des Nordfriisk Instituut befinden, komplett zu veröffentlichen. Schon Albrecht Johannsen hatte eine solche Veröffentlichung unter dem Titel „Luklik tid“ ins Auge gefasst, da die alte Sammlung „Bjarnewråål“ nur einen Teil der Reime enthält. Die neue Sammlung wurde von Adeline Petersen herausgegeben und mit eigens dafür gefertigten Zeichnungen von Anna Lena Straube aus Kiel versehen. In der Endphase betreuten Marlene Bierbach und Thomas Steensen die Drucklegung, da sich Adeline Petersen im Kuraufenthalt befand.

„Fryske Taal Rotonde för aran“: Mit der Veröffentlichung der Bände I und II der „Fryske Taal Rotonde“ in den Mundarten Sölring, Öömrang, Fering und Mooringer Frasch 2002 durch das Nordfriisk Instituut steht eine Fülle neuer friesischer Kurzgeschichten, Lieder und Reime zur Verfügung. Da die „Fryske Taal Rotonde“ als Unterrichtswerk ausführliche didaktische Anweisungen und Vorlagen für pädagogische Spiele enthält, ist sie in dieser Form für den privaten Gebrauch wenig geeignet. Daher wurde eine Version speziell für den Hausgebrauch erstellt, die „Fryske Taal Rotonde för aran“. Dafür traf Antje Arfsten eine Auswahl von Texten, Liedern und Reimen in den vier schon veröffentlichten Mundarten und besorgte die technische Umsetzung (vgl. C. 3).

Verzeichnis nordfriesischer Theaterstücke: In Nordfriesland gehört die lebendige friesischsprachige Theaterlandschaft zu den größten Stützen der Sprachpflege. Die aufgeführten Theaterstücke sind häufig Eigenproduktionen, die in der Regel nur in Manuskriptform vorliegen und zudem häufig nur einem kleinen Kreis bekannt sind. Von den im Nordfriisk Instituut vorhandenen neueren nordfriesischen Theatermanuskripten, die überwiegend aus dem Theaterwettbewerb im Jahr 1995 stammen, erstellte Antje Arfsten ein ausführliches Verzeichnis. Dieses bietet einen schnellen Überblick über Art und Handlung der ca. 50 darin aufgeführten Theaterstücke.

Liste der Namen gesetzlicher Feiertage. Für den Kalender Jarling erarbeitete Adeline Petersen mit Unterstützung durch Antje Arfsten eine Liste aller gesetzlichen Feiertage in den unterschiedlichen nordfriesischen Dialekten.

Schreibwettbewerb: Der vom Nordfriesischen Verein geplante friesisch-niederdeutsche Schreibwettbewerb wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut neu konzipiert. Auf Anregung von Thomas Steensen konnte in Gesprächen mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) dessen Mitwirkung erreicht werden. Im Unterschied zum Wettbewerb Ferteel iinjsen mit dem Norddeutschen Rundfunk geht es hier um journalistische Texte wie Reportagen und Interviews, also nicht um Erzählungen. Das von Hans Otto Meier erdachte Thema lautet: „Wenn das Hobby zur Leidenschaft wird ...“ Die Texte sollen auf Friesisch, Niederdeutsch oder Süderjütisch verfasst werden. Der Wettbewerb wird veranstaltet vom Nordfriesischen Verein, dem Institut, dem Zentrum für Niederdeutsch, der Friisk Foriining, der Sydslesvigsk Forening – Sydtønder Amt und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Am Ende des Berichtsjahrs war der vom Nordfriesischen Verein bei der Firma Kühnast-Design, Husum, in Auftrag gegebene Folder fertig gestellt. Bis 31. März 2004 können Texte eingereicht werden.

Friesisch in den Schulen: Weiterhin wurde die Sammlung von Materialien zum Friesischunterricht im Nordfriisk Instituut ausgebaut und es wurden auf Anfrage Unterlagen gezielt zur Verfügung gestellt. Nach Möglichkeit begleitete Dörte Flor auch im Berichtsjahr die Arbeit der Friesischlehrkräfte in den einzelnen Schulen, etwa durch Besuche und durch Info-Angebote für die Eltern. Im Zusammenwirken insbesondere auch mit der von Gerd Vahder betreuten Lernwerkstatt gab sie Anregungen für die Treffen der Friesischlehrkräfte. Auf den Treffen am 3. 4. und am 20. 11. informierte sie ihre Kollegen über neue Kontakte (Mercator), das Projekt „Niebüll – eine friesische Stadt“ und das Liederbuch „Lätj üs friisk schunge“.

Friesischunterricht an dänischen Schulen: In Verbindung mit einer Lehrveranstaltung an der Universität Flensburg wurde der Stand des Friesischunterrichts an dänischen Schulen erhoben. Friesischstudierende und Thomas Steensen führten mit dem früheren Wanderlehrer – und Sekretär der Nationalen Friesen – Alfred Boysen am 15. 1. eine Zeitzeugenbefragung durch. Die frühere Lehrerin Marie Tångeberg wurde schriftlich befragt. Thomas Steensen erstellte einen historischen Überblick zum Thema. Nach ausführlichen Erörterungen im Colloquium des Wintersemesters 2003/04 wurden die Ergebnisse der Erhebung zusammengefasst. Dazu soll im 2004 ein Heft in der Reihe NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut erscheinen.

Friesisch in der Zeitung: Seit Oktober 1993 bringen die vier Tageszeitungen Husumer Nachrichten, Der Insel-Bote, Nordfriesland Tageblatt und Sylter Rundschau des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages regelmäßig eine friesisch-niederdeutsche Seite. Im Jahr 2003 enthielt diese Seite, die sechsmal kreisweit erschien, insgesamt 15 friesische Artikel, die von Antje Arfsten redaktionell betreut wurden. Eine große Unterstützung stellte die rege Mitarbeit von Dr. Karin Haug und Walter Wickel dar, die zu fast jeder Seite einen Beitrag auf Mooringer Frasch bzw. Öömrang beisteuerten.

Newsletter: Mit dem Newsletter „En koon friisk“ des Nordfriisk Instituut soll Wissenswertes und Informatives über die friesische Sprache, Geschichte und Kultur auf digitalem Wege einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Jahr 2003 erschien der Newsletter sechsmal und wurde an über 100 Abonnenten kostenlos verschickt. Die jeweiligen Ausgaben erstellten Antje Arfsten, Dörte Flor, Harry Kunz, Adeline Petersen, Jens Owe Petersen und Fiete Pingel im Rahmen des Projektes „Friesisch im Internet“, das aus Bundesmitteln gefördert wird.

Internettexte der Minderheitenbeauftragten auf Friesisch: Die Kieler Staatskanzlei forderte Übersetzungen von vier Texten für die Internetseiten der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack an. Zwei der mit vielen Fachausdrücken versehenen Texte übertrug Manfred Nissen in das Mooringer Frasch, die anderen beiden setzte Antje Arfsten ins Fering um.

Friesische Videofilme: Die im Jahr 2002 auf Mooringer und Föhringer Friesisch synchronisierten zehn Folgen der westfriesischen Fernsehserie für Kinder „Bear Boeloe“ haben gezeigt, wie wichtig audiovisuelle Medien für die friesische Spracharbeit in den Kindergärten und Schulen sind. Im Rahmen eines durch Bundesmittel geförderten Projekts des Nordfriisk Instituut setzte Antje Arfsten 2003 diese Arbeit mit den Synchronisationen auf Sylter und Wiedingharder Friesisch fort. Der zu synchronisierende westfriesische Originaltext wurde von Carmen Müller-Matzen ins Sölring und von Adeline Petersen ins Wiring-hiirder Freesk übersetzt. Mit Hilfe des Friesischen Vereins der Wiedingharde und der Söl’ring Foriining konnten geeignete Synchronsprecher gefunden werden. Für die technische Umsetzung wurde das Videostudio in Stedesand genutzt.

Nordergoesharder Friesisch: Dörte Flor organisierte am 6. Mai und 10. Juni in Langenhorn Informationsabende. Das Ziel der Zusammenkünfte war, den Stand und die Perspektiven des Goesharder Friesisch festzuhalten und mögliche Aktivitäten zur Sprachpflege zu diskutieren. Menschen, die in der Nordergoesharde Fräisch oder Freesch sprechen, wurden dabei gezielt einbezogen. Es ergaben sich neue Impulse für die Spracharbeit in der Region.

>>  Nach Oben  <<

G. Geschichte

5. Historiker-Treffen „Städte in den Frieslanden“: Die Geschichte der Städte in den Frieslanden wurde bisher noch nicht zusammenfassend in den Blick genommen. Anlässlich des 400-jährigen Stadtrechtsjubiläums der Stadt Husum richtete das Nordfriisk Instituut sein 5. Historiker-Treffen am 8. November im Ratssaal des Husumer Rathauses aus und widmete es dem Thema „Städte in den Frieslanden“. Als Mitveranstalterin trat die Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte auf.
Programm: Prof. Dr. Thomas Steensen, Nordfriisk Instituut: Begrüßung und Einführung – Grußworte: Birgitt Encke, Bürgervorsteherin der Stadt Husum, Dr. Olaf Bastian, Landrat des Kreises Nordfriesland, Dr. Hellmut Körner, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, sowie Ingwer Nommensen, Präsident des Interfriesischen Rates – Vorträge: Prof. Dr. Jürgen Lafrenz, Universität Hamburg: Städtebildung und Städteentwicklung an der südlichen und östlichen Nordseeküste; Dr. Hajo van Lengen, Ostfriesische Landschaft: Stadtbildung in Ostfriesland während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit; Dr. Rolf van der Woude, Universität Amsterdam: Von der Autonomie zur Peripherie. Das westfriesische Städtesystem im 19. und 20. Jahrhundert; Albert Panten, Niebüll: Nordfriesland eine Städtelandschaft?
Stadtgeschichtsforscherinnen und -forscher sowie Fiete Pingel stellten sodann Nordfrieslands Städte im Porträt vor. Dazu hatte Dr. Paul-Heinz Pauseback eine Powerpoint-Bildfolge zusammengestellt. Holger Borzikowsky, Vorsitzender der Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte, zog eine erste Bilanz und bot einen Ausblick. Rund 75 Gäste aus den drei Frieslanden kamen in dem sehr ansprechenden Rahmen zusammen. Die Stadt Husum förderte die Veranstaltung mit einem namhaften Betrag. Die Organisation besorgten Rita Carlsen, Fiete Pingel und Thomas Steensen. [S. Presseartikel S. 38]

Husumer Geschichte: Zur 400-Jahr-Feier Husums, der Kreisstadt des Kreises Nordfriesland, publizierte die Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte das Buch „Geschichte Husums. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“. Die Konzeption hatte Fiete Pingel entwickelt, der zunächst auch an der Redaktionsarbeit mitwirkte, aus seiner Tätigkeit im Nordfriisk Instituut heraus. Seine Bitte, die Zusammenarbeit auf der inneren Titelseite namhaft zu machen, wurde vom Vorstand der Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte abgelehnt. Fiete Pingel stellte den Zeitraum 1713-1813 unter dem Titel „Von der Ruhe des Nordens bis zum Staatsbankrott“ dar. Thomas Steensen bearbeitete die Zeit des Kaiserreichs. Neben dem Beitrag für den Sammelband verfasste er eine 300 000 Zeichen umfassende Darstellung, die als Grundlage für eine spätere Buchveröffentlichung dienen könnte. In Verbindung mit dieser Arbeit setzte er seine Forschungen zu dem Husumer Bürgermeis-ter Dr. Lothar Schücking fort und hielt darüber im Rahmen des Stadtjubiläums einen Vortrag vor der Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte; dieser soll auch als Grundlage für einen Beitrag im Jahrbuch für Liberalismusforschung dienen. Außerdem verfasste er in Verbindung mit der Arbeit am Text „Husum im Kaiserreich“ einen Zeitschriftenbeitrag über Theodor Storm und Rezensionen zu Storm-Biographien.
Das 400-jährige Stadtrechtsjubiläum Husums bildete ebenfalls den Anlass für die Veröffentlichung der Nr. 33 in der Instituts-Reihe Studien und Materialien, August Schulz: „Mitteilungen aus der Vergangenheit der Stadt Husum und Umgebung“. Es handelt sich dabei um eine 22-teilige Serie, die der damalige Mildstedter Pastor August Schulz, Geschichtsforscher und nachmaliger Gründer des Nordfriesischen Vereins für Heimatkunde und Heimatliebe, in den Jahren 1888 und 1889 in den Husumer Nachrichten erscheinen ließ. Der Husumer Journalist Jürgen Dietrich und der Leiter der Stiftung Nordfriesland, Dr. Konrad Grunsky, hoben diesen kleinen Schatz. Das Buch wurde mit Unterstützung des Nordfriesischen Vereins Husum-Rödemis und der Stiftung Volksbank-Raiffeisenbank Husum-Eiderstedt-Viöl gedruckt, das Lektorat besorgte Harry Kunz.
Auch das Blockseminar „Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen und nordeuropäischen Geschichte“, das Fiete Pingel und Thomas Steensen an der Universität Flensburg anboten, wurde anlässlich des Stadtjubiläums in Husum gehalten
(s. J).

„Geschichte Nordfrieslands“: Im Jahre 1995 hatte das Institut im Verlag Boyens & Co., Heide, die erste umfassende Geschichte der Region vorgelegt. Auch die 1996 erschienene zweite Auflage ist seit langem vergriffen. Nun werden die einzelnen Teile des Buches in überarbeiteten Neuausgaben vorgelegt. Den Anstoß dazu gab eine Anfrage des Wyker Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseums, ob der Teil von Albert Bantelmann über die Vor- und Frühgeschichte gesondert wieder erscheinen könnte. Der von der Insel Amrum stammende Archäologe Martin Segschneider sah den Text durch und ergänzte ihn. Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber und Thomas Steensen besorgten das Lektorat. Unter dem Titel „Nordfriesland in vorgeschichtlicher Zeit“ konnte die Schrift sodann erscheinen, herausgegeben vom Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Nordfriesland, gleichzeitig als Nr. 19 in der Schriftenreihe des Friesenmuseums. Damit ist der erste Teil der „Geschichte Nordfrieslands“ wieder greifbar. Vorarbeiten für die Herausgabe der weiteren Teile begannen im Berichtsjahr, insbesondere für den Band über das Mittelalter.

Zwangsarbeitende in Nordfriesland: Mehrfach hatte das Nordfriisk Instituut in der Vergangenheit auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Schicksal der Zwangsarbeitenden während des Zweiten Weltkriegs in Nordfriesland zum Thema zu machen. Im Zuge eines vom Schleswiger Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte im Auftrage des Kreises Nordfriesland unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Danker, Nils Köhler, Eva Nowottny und Prof. Dr. Michael Ruck erstellten „Gutachtens“ zu diesem Bereich verfass-te Jens Owe Petersen einen Artikel über die wissenschaftlich bislang unerforschte Räumung der Dörfer Ahrenviöl und Högel im Jahre 1945. Fiete Pingel und Thomas Steensen erarbeiteten einen Beitrag über die Geschichte der KZ-Außenlager Husum-Schwesing und Ladelund, in dem die Forschung auf dem aktuellen Stand zusammengefasst wird. Auf der Grundlage des Gutachtens soll 2004 eine Buchpublikation entstehen. Die vom Institut geleistete Forschungsarbeit konnte mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Nordfriesland und aus dem van Wouwerschen Vermächtnis finanziert werden.
Historischer Atlas für Schleswig-Holstein: Das Institut hatte angeregt, in dem von der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte herausgegebenen Atlas auch die Friesen und das Friesische zu berücksichtigen. Der Vorschlag wurde aufgegriffen. Die anzufertigenden Karten stimmte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Atlas-Projekts,
Dr. Jürgen Hartwig Ibs, mit Thomas Steensen ab, der die begleitenden Texte verfasst.

Rechtsgeschichte Eiderstedts: Die Rechtsgeschichte Nordfrieslands ist ein wichtiger Spiegel der in vielem besonderen Sozialgeschichte der Region. In der Instituts-Reihe Studien und Materialien erschien als Nr. 32 die mit Unterstützung des Heimatbundes Landschaft Eiderstedt gedruckte Dissertation der Hamburger Juristin Isabella Löw: „Die Eiderstedter Landrechte von 1426 bis 1591. Rechtsgeschichte, Rechtswandel und Rechtsverwandtschaf-ten“. Das Buch wurde am 26. Juni in Tating bei einer gemeinsam mit dem Heimatbund Landschaft Eisderstedt organisierten Veranstaltung vorgestellt. Es bietet eine fundierte Darstellung und korrigiert auch, wo nötig, überkommene Kenntnisstände. Den Text unterzog Harry Kunz in Abstimmung mit Fiete Pingel und Thomas Steensen einem eingehenden Lektorat. Anke Hoetter erstellte die Druckdatei.

Neues Friesisches Archiv: In Anlehnung an die von dem Historiker und Sprachforscher Heinrich Georg Ehrentraut 1847 und 1854 unter dem Titel Friesisches Archiv herausgegebenen Bände nannte das Nordfriisk Instituut seine im Berichtsjahr mit der ersten Ausgabe begonnene Quellen-Reihe Neues Friesisches Archiv. Die Initiative dazu ging von Albert Panten aus, der 1986 bereits die Reihe Sammlungen zur geschichtlichen Landeskunde Nordfrieslands und der schleswigschen Geest begründet hatte; diese wird von der neuen Reihe abgelöst. Die erste Ausgabe enthält 17 von Albert Panten herausgegebene Aktenstücke und Urkundenreihen des 11. sowie des 15. bis 18. Jahrhunderts zur Insel Sylt, zur Karrharde, zur Nordergoesharde, zur Insel Strand, zur Stadt Husum und zur Halbinsel Eiderstedt; der niederländische Forscher Piet Boon dokumentiert Spuren Föhrer Seefahrer in den Protokollen der Stadt Enkhuizen im 16. und 17. Jahrhundert, und Harry Kunz teilt Briefschaften aus der Zeit der Neugründung des Nordfriesischen Vereins 1945/46 mit. Es handelt sich jeweils um buchstabengetreue Quellenabschriften, die mit entsprechenden Lese- und Verständnishilfen versehen sind.

Chronikarbeit: Die von Laien bearbeitete Ortsgeschichte bleibt ein wesentliches Arbeitsfeld für das Nordfriisk Instituut. Auch im Berichtsjahr wurde eine Reihe von Anfragen zur Chronikarbeit beantwortet, zuständig ist weiterhin vor allem Fiete Pingel. Intensivere Arbeitskontakte ergaben sich zu Chronistinnen und Chronisten im Cecilienkoog, in Haselund, in Schwesing und in Westerhever. Im Dezember erschien der von Fiete Pingel durchgesehene dritte Band der Wobbenbüller Chronik vor allem mit der Geschichte der Höfe. – Der von Thomas Steensen zum 650-jährigen Jubiläum Langenhorns gehaltene Festvortrag wurde von der Gemeinde Langenhorn als kleine eigenständige Schrift herausgegeben; die Anregung dazu hatte Christian Sönksen, damals Vorsitzender des Kreiskulturausschusses, gegeben.

Geschichte der Breklumer Mission: Thomas Steensen nahm an mehreren Workshops zur Geschichte der Breklumer Mission teil. In diesem Rahmen wird u. a. eine Ausstellung erarbeitet. Thomas Steensen plant eine Lehrveranstaltung zu dieser Thematik an der Universität Flensburg, voraussichtlich im Sommersemester 2005.

Auswanderer-Archiv Nordfriesland: Die Arbeiten im Berichtsjahr beschränkten sich zum einen auf die anfallenden Routineaufgaben wie das Betreuen von Besucherinnen und Besuchern, die Beantwortung von Anfragen, das Sammeln und Sichten der eingehenden Informationen. Darüber hinaus wurde das vorhandene Material z. T. neu bearbeitet und durch gezielte Recherche erweitert, und zwar im Hinblick auf eine Ergänzung – auch mit multimedialen Elementen – der Ausstellung zur Übersee-Auswanderung im Nordfriesischen Museum Nissenhaus sowie der eigenen Datenbank des Auswanderer-Archivs. Als ein Zwischenergebnis dieser Arbeit entstand eine umfangreiche Powerpoint-Präsentation zum Thema Übersee-Auswanderung. [S. Presseartikel S. 37]

Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins: Im August wurde der vierte Band des landesweit angelegten Projektes „Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins“ veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit dem Kreis Ostholstein und enthält nach bewährtem Muster eine Vielzahl unterschiedlicher Hilfsinstrumente für Haus- und Höfeforscherinnen und -forscher sowie alle an der Geschichte der Landwirtschaft Interessierte. Im Einzelnen sind dies u. a. eine methodische Anleitung zur Höfeforschung, Orts- und Jurisdiktionsverzeichnisse nebst einem Regis-ter kleinerer Wohnplätze, ein Verzeichnis der adeligen Güter, das Quellenverzeichnis als Hauptteil des Buches sowie eine Literaturliste zur Einführung und Vertiefung des Themas Landwirtschaftsgeschichte und Höfechronik. Damit ist es nun auch in Ostholstein möglich, ohne besondere Vorkenntnisse zu jedem Forschungsobjekt die in Frage kommenden Unterlagen in den Archiven zu finden. Mit Artikeln im Jahrbuch für die Schleswigsche Geest und in den regionalen Tageszeitungen Ostholsteins machte Harry Kunz auf seine Projektergebnisse aufmerksam. Entsprechende Berichte folgen in den kommenden heimatkundlichen Jahrbüchern für Eutin und Oldenburg/Ostholstein.
Das von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft geförderte Projekt befindet sich seit Jahresmitte in seinem fünften Abschnitt, dem Kreis Plön. Dazu wurden im Berichtsjahr die historischen Jurisdiktions- und Verwaltungsverhältnisse des Kreises entwickelt sowie die Arbeiten an weiteren Instrumentarien des entstehenden Wegweisers aufgenommen.

>>  Nach Oben  <<

H. Weitere wissenschaftliche und publizistische Arbeiten

1. Auskünfte, Studien- und Arbeitshilfen

Auch im Berichtsjahr beschäftigten mehrere hundert Anfragen aus den Bereichen Sprache, Geschichte, Landeskunde und Kultur Nordfrieslands die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nordfriisk Instituut und auch die Mitarbeiterinnen in der Bibliothek und im Sekretariat. Von Kurzauskünften bis hin zu ausführlichen Rechercheaufträgen und schriftlichen Stellungnahmen erfordert dieser Teil der Arbeit einen schwer planbaren zeitlichen Aufwand.

2. Veröffentlichungen der Institutsangestellten

(Die in der Zeitschrift Nordfriesland erschienenen Beiträge sind hier nicht erfasst; s. dazu das Jahres-Inhaltsverzeichnis S. 39-40.)

Antje Arfsten:

  • Rezension zu Jeske: Sammler und Sammlungen von Volkserzählungen in Schleswig-Holstein. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 107 f.
  • Nordfriesische Texte in Zeitschriften und Zeitungen. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 119-125.

Dörte Flor:

  • Lätj üs friisk schunge. 35 stöögene for latje än uk for grute (s. auch C. 2.).
  • Lätj üs friisk schunge, Årbeshäft (s. auch C. 2.).

Harry Kunz:

  • Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Vom Modellprojekt zur landesweiten Höfeforschung. In: Jahrbuch für die Schleswigsche Geest 2003, S. 97-101.
  • Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Kreis Ostholstein, Bräist/Bredstedt 2003.
  • Briefschaften aus der Zeit der Neugründung des Nordfriesischen Vereins 1945/46. In: Neues Friesisches Archiv 1. Herausgegeben vom Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 2003, S. 121-138.
  • mit Thomas Steensen: Sylt Quiz, Wachholtz Verlag, Neumünster 2003.
  • mit Fiete Pingel: Deichbau und Landgewinnung an der schleswig-holsteinischen Westküste unter niederländischem Einfluss. In: Ernst Joachim Fürsen und Reimer Witt (Hrsg.): Schleswig-Holstein und die Niederlande. Aspekte einer historischen Verbundenheit, Schleswig 2003, S. 137-140 (Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs 80).

Paul-Heinz Pauseback:

  • Auswanderer – „Amerika ist ein freies Land...!“ In: Sylt-Magazin 2003, S. 30-34.
  • The Nordfriisk Instituut and the North Frisian Emigrant Archive. Presentation of AEMI (Association of European Migration Institutions) Members. In: AEMI Journal, Vol 1/2003, S. 23.

Adeline Petersen:

  • Rezension zu: Fering-öömrang Wurdenbuk. Herausgegeben von der Nordfriesischen Wörterbuchstelle der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 108-111.
  • Albrecht Johannsen: Luklik tid. Ütdänj foon Adeline Petersen ma bile foon Anna Lena Straube (s. auch C. 3).

Jens Owe Petersen:

  • Die Zwangsräumung der Dörfer Högel und Ahrenviöl – Versuch einer Rekonstruktion. In: IZRG-Gutachten „Zwangsarbeitende im Gebiet des heutigen Kreises Nordfriesland 1939-1945“. Reader, Schleswig 2003, S. 227-252.

Fiete Pingel:

  • Von der Ruhe des Nordens bis zum Staatsbankrott (1713-1813). In: Geschichte Husums. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Husum Verlag 2003, S. 99-126.
  • (Bearb.): Stadtgeschichtliche Forschung in Nordfriesland. Gesellschaften und Arbeitsgruppen stellen sich vor. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 55-72.
  • mit Harry Kunz: Deichbau und Landgewinnung an der schleswig-holsteinischen Westküste unter niederländischem Einfluss. In: Ernst Joachim Fürsen und Reimer Witt (Hrsg.): Schleswig-Holstein und die Niederlande. Aspekte einer historischen Verbundenheit, Schleswig 2003, S. 137-140 (Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs 80).
  • mit Thomas Steensen: Die KZ-Außenstellen Husum-Schwesing und Ladelund. In: IZRG-Gutachten „Zwangsarbeitende im Gebiet des heutigen Kreises Nordfriesland 1939-1945“. Reader, Schleswig 2003, S. 199-214.
  • mit Thomas Steensen: „Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn“. Die nordfriesische Geschichte als Gegenstand von Mythen. In: Bea Lundt (Hrsg.): Nordlichter. Geschichtsbewusstsein und Geschichtsmythen nördlich der Elbe, Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 299-319.
  • Rezension zu: Fritz-Ferdinand Zitscher, Hans-Jürgen Krähe, Hauke Koopmann: Nordfriesland – Weites Herz, klarer Horizont. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 115.

Thomas Steensen:

  • (Hrsg.): Friesisch in Fahretoft (s. C. 2).
  • Langenhorn. Ein Streifzug durch die Geschichte der Gemeinde mitten in Nordfriesland. Herausgegeben von der Gemeinde Langenhorn, 2003.
  • mit Harry Kunz: Sylt Quiz, Wachholtz Verlag, Neumünster 2003.
  • Vorwort. In: Fryske Taal Rotonde, Verlag Nordfriisk Instituut, 2002, S. 7.
  • Kleinstadt in Preußen. Husum 1864-1914. In: Geschichte Husums. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Husum Verlag 2003, S. 153-186.
  • „Frisia Magna“. Verbindungen zwischen den Friesen in Schleswig-Holstein und den Niederlanden. In: Ernst Joachim Fürsen und Reimer Witt (Hrsg.): Schleswig-Holstein und die Niederlande. Aspekte einer historischen Verbundenheit. Herausgegeben vom Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig 2003, S. 140-143.
  • Die friesische Volksgruppe im Bundesland Schleswig-Holstein. In: EUROPA REGIONAL. Zeitschrift des Leibniz-Instituts für Länderkunde, Universität Leipzig, 11. Jahrgang, Heft 1/2003, S. 12-16.
  • 100 Jahre Nordfriesischer Verein. Nordfriesland im Gespräch, Nr. 1. Herausgegeben vom Nordfriesischen Verein, Risum-Lindholm 2003, S. 3-12.
  • Theodor Storm als demokratischer Humanist. In: MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte. Nr. 434, Oktober 2003, S. 68-73.
  • Bemerkungen zu Theodor Mommsen. In: Zwischen Eider und Wiedau 2004, S. 80-88.
  • Kurt Hamer und die Nordfriesen. In: Uwe Danker und Eva Nowottny (Hrsg.): Kurt Hamer. Landespolitiker und Grenzlandbeauftragter, Schleswig-Holsteinischer Geschichtsverlag, Malente 2003, S. 161-163.
  • mit Fiete Pingel: Die KZ-Außenstellen Husum-Schwesing und Ladelund. In: IZRG-Gutachten „Zwangsarbeitende im Gebiet des heutigen Kreises Nordfriesland 1939-1945“. Reader, Schleswig 2003, S. 199-214.
  • mit Fiete Pingel: „Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn“. Die nordfriesische Geschichte als Gegenstand von Mythen. In: Bea Lundt (Hrsg.): Nordlichter. Geschichtsbewusstsein und Geschichtsmythen nördlich der Elbe, Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 299-319.
  • Rezension zu: Bärbel Coppicus-Wex, Die dänisch-deutsche Presse 1789-1848. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 128 (2003), S. 224-225.
  • Rezension zu: Tanja Rigitta Schumacher, Mellem nationale interesser og mindretalsloyalitet. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 128 (2003), S. 239-240.
  • Rezension zu: Michael Herms, Flaggenwechsel auf Helgoland. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 128 (2003), S. 273.
  • Rezension zu: Reinhold Lütgemeier-Davin, Lothar Schücking (1873-1943). Eine Biographie. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 128 (2003), S. 289-290.
  • Rezension zu: Ulf Zahn, Der DIERCKE Deutschlandatlas für Kinder. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 91-92.
  • Kurzrezension zu: Peter Kunze, Sorbisches Schulwesen. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 95.
  • Kurzrezension zu: Annett Bresan, Pawol Nedo 1908-1984. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 95-96.
  • Rezension zu: Wolfgang Hädecke, Theodor Fontane. Biographie. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 98-99.
  • Hinweis auf: Arno Bammé und Jürgen Dietrich, Friede H. Kraze. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 99.
  • Rezension zu: David A. Jackson, Theodor Storm. Dichter und demokratischer Humanist. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 101.
  • Kurzrezension zu: Heiner Mückenberger, Theodor Storm – Dichter und Richter. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 101-102.
  • Hinweis auf: Karl Ernst Laage, Theodor Storm. Eine Biographie. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 102.
  • Rezension zu: Karsten Krieger (Hrsg.), Der „Berliner Antisemitismusstreit“ 1879-1881. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 102-103.
  • Rezension zu: Jann Markus Witt und Heiko Vosgerau (Hrsg.), Schleswig-Holstein von den Ursprüngen bis zur Gegenwart. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 104-105.
  • Rezension zu: Lawrence D. Stokes, Der Eutiner Dichterkreis. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 105-106.
  • Hinweis auf: Heinrich Detering und Gerd Eversberg (Hrsg.), Kunstautonomie und literarischer Markt. In: Nordfriesisches Jahrbuch 39 (2003), S. 116.


  • Zeitungsbeiträge von Thomas Steensen:
  • Die Husumer Nachrichten: Nicht so alt wie Husum – aber seit 130 Jahren fest in der Region verankert. In: Sonderbeilage „400 Jahre Stadt Husum“, Husumer Nachrichten, 30. 4. 2003.
  • Ganz Deutschland blickt auf Husums Bürgermeister. [Der Fall Schücking]. In: Husumer Nachrichten, 30. 12. 2003.

>>  Nach Oben  <<

I. Veranstaltungen, Vorträge

1. Veranstaltungen

13. Nordfriesisches Sommer-Institut: Das Sommer-Institut bot sechs Veranstaltungen: 25. 6., Dr. Klaus Brandt: Hafen der Friesen auf dem Weg nach Haithabu. Grabungen und Funde in Hollingstedt. – 9. 7., Prof. Dr. Elin Fredsted: Sønderjysk – eine vergessene Sprache? Süderjütisch im „Sprachenland Nordfriesland“. – 23. 7., Prof. Dr. Silke Göttsch: Vom Biikebrennen, vom Nachtfreien, vom Ringreiten. Bräuche in Nordfriesland und was sie heute bedeuten. – 6. 8., Dr. Maria-Gesine Thies: Der Chronist Sylts und Nordfrieslands. Zum 200. Geburtstag von C. P. Hansen. – 20. 8., Reimer Kay Holander: Der Schimmelreiter – Dichtung und Wirklichkeit. Hauke Haien – ein nordfriesischer Nationalheld? – 3. 9., Dr. Dietrich Stein: Die Friesen bei Frenssen. Ein Dithmarscher Schriftsteller und Nordfriesland. [S. Presseartikel S. 33]

5. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut: s. G. Koordinationstreffen friesischer Vereine und Einrichtungen: Erstmals richtete der Friesenrat gemeinsam mit dem Nordfriisk Instituut das Koordinationstreffen aus, an dem am 15. 11. in Dagebüll 30 Vertreterinnen und Vertreter aus der friesischen Arbeit teilnahmen. Eines der Hauptthemen war die aktuelle Situation der Projektförderung der friesischen Sprach- und Kulturarbeit durch Bundes- und Landesmittel. Birge Hilpert, als Lehrkraft nach Flensburg abgeordnet, schilderte die Situation des Faches Friesisch an der dortigen Universität und die Schwerpunkte ihrer eigenen Arbeit (vgl. J.). Der Vorsitzende des Friesenrates, Ingwer Nommensen, informierte die Anwesenden darüber hinaus über den geplanten Ablauf des 2004 stattfindenden Friesentreffens auf Helgoland. Die Organisation von Seiten des Nordfriisk Instituut besorgten Antje Arfsten und Adeline Petersen in Abstimmung mit Thede Boysen.

Niebüll, eine friesische Stadt: Um das Bewusstsein für die friesische Sprache, in Verbindung mit der nordfriesischen Geschichte und Kultur, zu stärken, plant die Stadt Niebüll auf Anregung und unter Beteiligung des Nordfriisk Instituut zusammen mit einigen friesischen Vereinen eine einmonatige Veranstaltungsreihe für Mai 2004. Für dieses Vorhaben sind Projektmittel des Landes Schleswig-Holstein bewilligt. An den umfangreichen Vorplanungen beteiligten sich 2003 seitens des Nordfriisk Instituut Antje Arfsten, Marlene Bierbach, Dörte Flor und Thomas Steensen, der die Initiative genommen hatte.

Lesung im Multimart Wattforum: Für eine Lesung im Multimar Wattforum in Tönning zum Thema „Geschichten von Walfängern der Westküste“ mit Wilhelm Wieben am 28. 10. stellte Antje Arfsten geeignete Texte zusammen. Das Institut trat als Mitveranstalter auf.

>>  Nach Oben  <<

2. Vorträge der Institutsangestellten

Dörte Flor:

  • Vortrag „Die Tätigkeiten der abgeordneten Lehrkraft im Nordfriisk Instituut“ am 7. 2. in der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule in Lindholm vor Studierenden der Kieler Christian-Albrechts-Universität unter Leitung von Dr. Alastair Walker.
  • Vortrag „Die Aufgaben des friesischen Schulbüros im Nordfriisk Instituut“ am 24. 3. vor Vertretern von Mercator Education, Ljouwert, im Nordfriisk Instituut.
  • Laudatio auf die Bürgerschule Husum bei der Verleihung des Christian-Feddersen-Preises am 4. 9. im Gemeindehaus Bredstedt.

Paul-Heinz Pauseback:

  • Vortrag „400 Jahre Übersee-Auswanderung aus Nordfriesland und Schleswig-Holstein“ am 13. 3. bei der Deutsch-Dänischen Gesellschaft e. V. in Husum.
  • Vortrag „Jan Fransse van Housen, Volquard Iversen, Ludwig Nissen und viele andere. 400 Jahre Übersee-Auswanderung aus Husum und Nordfriesland“ am 23. 3. bei der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig in der Akademie Sankelmark.
  • Vortrag „Abenteurer – Goldsucher – Pioniere. 400 Jahre Übersee-Auswanderung aus Nordfriesland und Schleswig-Holstein“ am 15. 10. im Nordfriesischen Museum Ludwig-Nissen-Haus in Husum.
  • verschiedene kurze Einführungen zum Auswanderer-Archiv Nordfriesland, zur Übersee-Auswanderung aus Nordfriesland und Schleswig-Holstein sowie zur Auswanderer-Ausstellung im Nissenhaus, zum Beispiel beim Besuch von Schülern der Oberstufe des Wyker Gymnasiums am 18. 9. im Nordfriisk Instituut oder anlässlich des Besuchs einer Gruppe von Nachfahren des ausgewanderten Hattstedter Landmessers Ingwersen im Nissenhaus.

Adeline Petersen:

  • (mit Antje Arfsten): Einführung und kurze Analyse der etwa 30 Theaterstücke des Theaterwettbewerbs 1996 (aus dem neuen Verzeichnis nordfriesischer Theaterstücke, s. F) vor der AG Sprache und Literatur am 21. 6. im Landschaftlichen Haus in Niebüll.

Fiete Pingel:

  • Vortrag „Die Entwicklung Husums im Rahmen der nordfriesischen und schleswig-holsteinischen Geschichte“ beim Blockseminar der Universität Flensburg „Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen und nordeuropäischen Geschichte“ am 8. 2. in der Jugendherberge in Husum.
  • Vortrag (mit Thomas Steensen) „Juden in Nordfriesland“ auf Einladung des Kirchenkreises Husum-Bredstedt anlässlich der Ausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“ am 16. 10. in der Marienkirche Husum.
  • Leitung einer Gesprächsrunde zum Thema „Jüdisches Leben und Judenverfolgung in Bredstedt und Umgebung“ auf Einladung der Kirchengemeinden Langenhorn und Bredstedt am 28. 10. im Nordfriisk Instituut.
  • fortlaufend Vorträge zur Geschichte, Sprache und Kultur Nordfrieslands vor Besuchergruppen, in den Oberstufen der Gymnasien und bei den Seminaren des Nationalparkamtes zur Vorbereitung dortiger Zeitkräfte.

Thomas Steensen:

  • Vortrag „Die Nordfriesen im Dritten Reich“ auf der Sonderlehrveranstaltung „Nationalsozialismus und nationale Minderheiten“ am 24. 1. in der Verwaltungsfachhochschule in Altenholz.
  • Vortrag „Nordfriesland und Husum in der Zeit des Nationalsozialismus“ beim Blockseminar der Universität Flensburg „Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen und nordeuropäischen Geschichte“ am 8. 2. in der Jugendherberge in Husum.
  • Präsentation „Friesen – Friesisch – Nordfriisk Instituut“ beim Besuch des Bundesbeauftragten für nationale Minderheiten, Jochen Welt, am 18. 2. im Nordfriisk Instituut.
  • Vortrag „Bemerkungen zu Theodor Mommsen“ am 21. 5. im Saal am Geburtshaus Theodor Mommsens in Garding.
  • Einführung „Zwangsarbeit in Nordfriesland 1939-1945“ bei der Vorstellung des IZRG-Forschungsprojekts vor der Arbeitsgruppe für Geschichte des Nordfriisk Instituut am 24. 5. in Bredstedt.
  • Laudatio auf die Hans-Momsen-Schule in Fahretoft bei der Verleihung des Christian-Feddersen-Preises am 4. 9. im Gemeindehaus Bredstedt.
  • Vortrag (mit Fiete Pingel) „Juden in Nordfriesland“ auf Einladung des Kirchenkreises Husum-Bredstedt anlässlich der Ausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“ am 16. 10. in der Marienkirche Husum.
  • Vortrag „,Die Blicke ganz Deutschlands sind auf Husum gerichtet.‘ Der Fall des Husumer Bürgermeisters Lothar Schücking 1903-1908“ auf einer Veranstaltung der Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte am 23. 10. im Nissenhaus in Husum.
  • Vortrag „Friesische Geschichte, Sprache und Kultur“ zur Eröffnung der ersten „Friesischen Bildungswoche“ auf Einladung des Friesenrats, Sektion Nord, am 27. 10. in der Jugendherberge in Niebüll.
  • Vortrag „Nordfriesland: Einheit in der Vielfalt“ bei der Jahreshauptversammlung des Heimatbundes Landschaft Eiderstedt am 2. 11. im „Hotel Miramar“ in Tönning.
  • Einführung „Städte in den Frieslanden“ beim 5. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut am 8. 11. im Ratssaal der Stadt Husum.
  • Kurzvortrag „Die Aktion Sprachenland Nordfriesland“ vor dem Beirat des Nordfriesischen Instituts am 6. 12. in Bredstedt.
  • mehrfach Einführungen zur Sprache, Geschichte und Kultur Nordfrieslands vor verschiedenen Adressaten, z. B. vor den leitenden Polizeibeamten Nordfrieslands bei deren Besuch am 27. 2. im Nordfriisk Instituut.
  • Stellungnahmen für Rundfunk und Fernsehen.
  • ausführliche Stellungnahme zur Bedeutung des Föhringer Friesen Dr. Lorenz Conrad Peters für einen Film des Medienbüros Riecken.

>>  Nach Oben  <<

J. Hochschulen

Personal: Das Friesische Seminar an der Universität Flensburg verfügt seit dem 1. August über eine abgeordnete Lehrkraft. Birge Hilpert, bisher Lehrerin an der Grund- und Hauptschule in Bredstedt, hat diese Aufgabe übernommen. Den Friesischstudierenden und allen am Friesischen Interessierten steht damit eine feste Ansprechpartnerin an der Universität zur Verfügung, was als großer Fortschritt betrachtet werden kann. Birge Hilpert, die aus Fahretoft stammt und in Leck wohnt, bietet Lehrveranstaltungen an, berät die Studierenden und wirkt an der didaktischen Fortentwicklung des Faches mit. Die Abordnung gilt zunächst für zwei Jahre und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden. Prof. Dr. Thomas Steensen bietet als Honorarprofessor weiterhin Lehre im Umfang von sechs Semesterwochenstunden an. Die bisher von Lehrbeauftragten erteilten Stunden wurden im Hinblick auf den Unterricht der abgeordneten Lehrkraft von neun auf sechs reduziert. Diese wurden weiterhin von Prof. Nils Århammar, Antje Arfsten und Dr. Claas Riecken erteilt. Prof. Dr. Helga Bleckwenn bekleidete weiterhin das Amt der kommissarischen geschäftsführenden Direktorin; ihr sei für die gute Zusammenarbeit gedankt. [S. Presseartikel S. 34]

Studierende: Im Wintersemester 2003/04 trugen sich vier Studierende neu für das Fach Friesisch ein, teilweise für das Lehramt an Realschulen. Hierfür sollten auf der Ebene von Verwaltung und Politik baldmöglichst Regelungen getroffen werden. Mit Sabrina Jessen aus Bredstedt legte im April die letzte Studierende, die Friesisch noch als reguläres drittes Fach gewählt hatte, ihre Prüfung sehr erfolgreich ab; kurz darauf folgte bereits die erste Studierende mit Friesisch als Ergänzungsfach, Inga Scharfschwerdt aus Risum; auch diese Prüfung brachte ein sehr gutes Ergebnis. [S. Presseartikel S. 33]

Reguläres Fach: Angehende Lehrkräfte an Grund- und Hauptschulen können Friesisch an der Universität Flensburg wieder ohne Sonderregelung als Fach studieren. Dies sieht ein begleitender Erlass des Kultusministeriums zur im September veröffentlichten neuen Prüfungsordnung für Lehrkräfte vor. Das Friesische Seminar der Universität Flensburg und das Nordfriisk Instituut zeigten sich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Wer bisher für den Grund- und Hauptschulbereich Friesisch als zweites Fach studieren wollte, musste einen formlosen Antrag beim Ministerium stellen. Jetzt wurde Friesisch regulär in den Fächerkanon aufgenommen. Zusätzlich kann es ebenso wie für den Realschulbereich und, an der Universität Kiel, für Gymnasien als Ergänzungs- und Erweiterungsfach gewählt werden.

Friesisch für Deutschstudierende: Einiges Hin und Her gab es um die zwei obligatorischen Stunden Niederdeutsch oder Friesisch für Deutschstudierende. In der neuen Prüfungsordnung waren sie nicht mehr vorgesehen. Das Friesische Seminar hatte bereits im Frühsommer auf deren Bedeutung hingewiesen. Der Plattdeutsche Rat mahnte öffentlich eine Korrektur an. Gespräche mit dem Kultusministerium, auf Vermittlung der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack, führten in kurzer Zeit dazu, dass die alte Regelung wieder in Kraft gesetzt wurde. Dass angehende Deutschlehrerinnen und -lehrer in Schleswig-Holstein Grundkenntnisse über die friesische Sprache erwerben und auch etwas Friesisch erlernen, ist sicherlich in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. In Lehrveranstaltungen des Friesischen Seminars in Flensburg wurden seit 1999 inzwischen weit über 300 künftige Lehrkräfte in die friesische Sprache und Kultur eingeführt.

Lehrangebot: Im Sommersemester 2003 bot das Friesische Seminar Lehre im Umfang von 16 und im Wintersemester 2003/04 sogar 24 Semesterwochenstunden an – so viel wie noch nie. Daran nahmen jeweils über 100 Studierende teil. Neben Friesischstudierenden besuchen vor allem Studierende der Fächer Deutsch, Geschichte und HSU Veranstaltungen des Friesischen Seminars. Das Seminar über Friedrich Paulsen im Sommersemester wurde gemeinsam mit dem Institut für Pädagogik gehalten und von über 50 Studierenden, überwiegend des Faches Pädagogik, besucht. Es entstanden mehr als 20 Seminararbeiten über den nordfriesischen Pädagogen und Philosophen.
Seine Einführungsveranstaltung „Friesisch“ und das Seminar „Friedrich Paulsen“ ließ Thomas Steensen von den Teilnehmenden evaluieren und setzte dafür einen abgewandelten Fragebogen des Instituts für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Universität Klagenfurt, ein. Die Ergebnisse können durchaus als Bestätigung angesehen werden.4. Friesischer Studientag: Am 12. November kamen zum vierten Mal Friesisch-Studierende und -Lehrende der Universitäten Flensburg und Kiel zusammen. Die Flensburger Studierenden hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, u. a. einen Besuch im Flensburger Museum.

Blockseminar „Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen und nordeuropäischen Geschichte“: Anlässlich des 400-jährigen Stadtjubiläums Husums und des gesetzten stadtgeschichtlichen Schwerpunkts boten Fiete Pingel und Thomas Steensen für die Universität Flensburg ein Seminar an. Nach einer vorbereitenden Sitzung in der Universität führte am 31. Januar eine Exkursion nach Husum. Im Rathaus wurde die Runde vom damaligen Husumer Bürgervorsteher Peter Empen begrüßt, Husums Stadtarchivar Holger Borzikowsky führte einen historischen Stadtrundgang und Almut Gohde präsentierte das Theodor-Storm-Haus in der Wasserreihe. Am 7. und 8. Februar kamen in der Husumer Jugendherberge 18 Studierende der Fächer Geschichte und Friesisch zu dem eigentlichen Seminar „Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen und nordeuropäischen Geschichte“ zusammen und beleuchteten in ihren Referaten einzelne Aspekte der Stadt- und Regionalgeschichte, die jeweils in größere Zusammenhänge eingeordnet wurden.

>>  Nach Oben  <<

K. Öffentlichkeits- und Pressearbeit

Pressearbeit: Mit 51 an bis zu 100 Korrespondenten und Redaktionen verschickten Pressemitteilungen informierte das Institut im Berichtsjahr über seine Tätigkeit und über Vorhaben und Initiativen zur Sprache, Geschichte und Kultur Nordfrieslands.
In der Kundenzeitschrift der Nord-Ostsee-Sparkasse „Aktion Sparkasse“ 3/2003, die als Beilage der regionalen Tageszeitungen versandt wird und in den Sparkassen-Filialen ausliegt, erschien im August ein Artikel über das Friesische und das Nordfriisk Instituut.
Zudem wurde zu folgenden Presseterminen eingeladen:
14. 3. Vorstellung des Buches „Der Schimmelreiter – Dichtung und Wirklichkeit“ von Reimer Kay Holander in Bredstedt. [S. Presseartikel S. 28]
15. 4. Pressekonferenz zur finanziellen Situation des Nordfriisk Instituut in Bredstedt.
11. 12. Vorstellung des Buches „Mitteilungen aus der Vergangenheit der Stadt Husum und Umgebung“ von August Schulz, herausgegeben von Jürgen Dietrich und Konrad Grunsky, in Husum.
Am 19. 2. nahm Thomas Steensen teil an einer Pressekonferenz des Landrats Dr. Olaf Bastian zur Vorstellung des Forschungsprojekts „Zwangsarbeit in Nordfriesland“ im Kreishaus in Husum.

Auch im Berichtsjahr besuchten mehrere Journalisten das Institut, z. B. der aus der italienischen Schweiz stammende J. Zanetti, der Berichte über das Nordfriesische in Schweizer Medien veröffentlichte.
Friisk portaal: Das mit Mitteln des Bundes geförderte Projekt „Friisk portaal“ soll in Zukunft als Bindeglied zwischen all jenen Internetpräsenzen dienen, die sich mit Themen rund um Nordfrieslands Sprache, Geschichte und Kultur beschäftigen. Zu diesem Zweck erstellte Jens Owe Petersen eine Site mit sechs verschiedenen Themenkomplexen, die Links zu den Bereichen „Auswanderung“, „Basics“, „Bildung & Kultur“, „Minderheiten“, „Vereinswesen“ sowie „Sonstige“ enthalten. Über die reine Zusammenstellung der Link- Sammlung hinaus erhält der Benutzer an Ort und Stelle zu allen relevanten Themen knapp gehaltene Basisinformationen, die einer ersten Orientierung dienen. Das graphisch orientierte Benutzerinterface des neuen Webauftritts, ermöglicht mit seiner Anlehnung an das „Aktenreiterprinzip“ auch dem Internet-Neuling einen intuitiven Zugriff auf das vorhandene Material. Wie bei einem Portal üblich, handelt es sich beim „Ist-Zustand“ der Site um eine Art Momentaufnahme. Um in diesem Punkt dauerhaft Aktualität gewährleisten zu können, ist das Nordfriisk Instituut als Betreiber der Webpräsenz auf Anregungen und Hinweise von außen angewiesen. Daher wurde bei der Konzeption der Homepage auf eine enge Einbeziehung der Benutzer besonderer Wert gelegt. Diesem Zweck dient ein jederzeit erreichbares Kontaktformular, das dem Besucher die Möglichkeit bietet, mit dem Betreiber des Portals ohne eigene Programmschritte Kontakt aufzunehmen.

Friiske böke: Das mit Mitteln des Bundes geförderte Projekt „Friiske Böke“ hat zum Ziel, die „friesische Literatur“ umfassend digital im Internet zu präsentieren und mittelfris-tig einem größeren Benutzerkreis bekannt und zugänglich zu machen. Jens Owe Petersen stellte zunächst eine Bibliographie zu Veröffentlichungen rund um Nordfrieslands Sprachen, Geschichte und Kultur zusammen, die einen konzentrierten Überblick über das bisher erschienene Schrifttum ermöglichen soll. In diese Zusammenstellung, die als Rubrik „Friiske böke“ über die Homepage des Nordfriisk Instituut zugänglich ist, stehen bis dato etwa 500 Titel von ca. 300 verschiedenen Autoren, die in zwei Überblickslisten präsentiert werden. Darüber hinaus werden ca. 150 der genannten Titel gesondert auf einer eigenen Webpage vorgestellt, die außer einer Kurzvorstellung und einer Abbildung des Umschlags auch ein Bestellformular für den jeweiligen Titel enthalten. Die Erläuterungen sind zum Teil in friesischer Sprache (vier verschiedene Dialekte) gehalten. Es besteht aber für den friesischunkundigen Besucher die Möglichkeit, jederzeit auf eine deutsche Version zurückzugreifen. Um dem Benutzer die Orientierung innerhalb der Bestände zu erleichtern, ist sowohl ein thematisches bzw. Autorenregister als auch eine Schlagwortsuche implementiert worden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Neuerscheinungen auf einer gesonderten Seite zu präsentieren und auf diese Weise insbesondere dem regelmäßigen Besucher lästige Suchvorgänge zu ersparen. Abgerundet wird die Präsentation durch eine von Thomas Steensen verfasste Überblicksdarstellung zur Geschichte der friesischen Literatur. Der Umfang des Projekts erfordert eine längere Erprobungsphase.

Zeitungsberichte über den Friesischunterricht: Damit der Öffentlichkeit die Pflege der unterschiedlichen friesischen Dialekte an den Schulen Nordfrieslands vor Augen geführt wird, vermittelte Dörte Flor das Erscheinen von Presseberichten zum Friesischunterricht. Im Jahr 2003 ging es um die pensionierte Friesischlehrerin Marie Tångeberg, die in der Vergangenheit in vorbildlicher Weise Unterrichtsmaterial erstellte und noch immer eifrig und kreativ neues Arbeitsmaterial produziert, außerdem um den Friesischunterricht an der dänischen Schule in Bredstedt und an der Grundschule in Süderende/Föhr. Im Hamburger Abendblatt erschien am 10. 7. ein Bericht über den Friesischunterricht auf Helgoland, der nach Auskunft der dortigen Redaktion auf reges Interesse stieß.

>>  Nach Oben  <<

L. Information und Kontakte

Besuche von Politikerinnen und Politikern: Auch im Berichtsjahr informierten sich Politikerinnen und Politiker über die Arbeit und die Entwicklung des Nordfriisk Instituut. Von Bündnis 90/Die Grünen kam die Bundestagsabgeordnete Grietje Bettien am 5. 2. Am 6. 6. besuchten die drei Mitglieder der Kieler SSW-Fraktion Anke Spoorendonk, Lars Harms und Silke Hinrichsen das Institut. Am 17. 9. war der CDU-Landesvorsitzende Peter Harry Carstensen, MdB, zusammen mit den CDU-Landtagsabgeordneten aus Nordfriesland, Jürgen Feddersen, Heinz Maurus und Ursula Sassen, zu Gast. Die Finanzlage des Instituts stand auch im Vordergrund von Besprechungen mit dem Vorsitzenden des Europaausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Rolf Fischer (SPD), am 8. 4. im Landeshaus sowie mit Landrat Dr. Olaf Bastian am 15. 7. im Kreishaus. Immer wieder wurde Verbindung mit der Minderheitenbeauftragten der Ministerpräsidentin, Renate Schnack, aufgenommen. Ihr sei für die vielfach geleistete Hilfe und Vermittlung an dieser Stelle einmal herzlich gedankt! Der neue Beauftragte der Bundesregierung für nationale Minderheiten, Jochen Welt, besuchte das Institut am 18. 2.

Ziel- und Leistungsvereinbarung: Mehrere Gespräche mit dem Kultusministerium, an denen Thede Boysen, Marlene Bierbach und Thomas Steensen teilnahmen, dienten dem Abschluss einer Ziel- und Leistungsvereinbarung. Diese konnte zum Jahresende getroffen werden.

Kurzinformation „Friesen“ für Bundesinnenministerium: Für Zwecke des Bundesinnenministeriums fertigte Thomas Steensen ein vierseitiges Exposé „Die Friesen“.

Besuch von Mercator-Education: Am 24. 3. besuchten Tjerk Bottema und Johannes Hamersma von Mercator Education, Ljouwert/Leeuwarden, das Nordfriisk Instituut zu einem Informationsgespräch. Mercator Education ist eine Einrichtung der EU-Kommission, die sich mit Regional- und Minderheitensprachen im Bereich des Schulwesens beschäftigt. Dort arbeitet man zurzeit am Aufbau eines Netzwerkes für zwei- und dreisprachige Schulen im Internet. Thomas Steensen informierte die Gäste über die Ausbildung der Friesischlehrkräfte an der Universität Flensburg, Antje Arfsten und Dörte Flor gaben eine Übersicht über das vorhandene Unterrichtsmaterial und die sprachliche Situation in Nordfriesland.

Kurt-Hamer-Stipendium: Thomas Steensen wirkte mit in der Vorbereitungskommission für das von der Ministerpräsidentin zu verleihende Kurt-Hamer-Stipendium, die von Staatssekretär Dr. Hellmut Körner, Bildungsministerium, geleitet wurde. Das Stipendium wurde am 8. 12. durch Ministerpräsidentin Heide Simonis im Landeshaus überreicht. Gleichzeitig wurde daran erinnert, dass vor 15 Jahren das Amt der Minderheitenbeauftragten eingerichtet wurde. Für die aus diesem Anlass erschienene Buchveröffentlichung über den ersten Minderheitenbeauftragten schrieb Thomas Steensen persönliche Erinnerungen an Kurt Hamer auf.

Hagemann-Stiftung: Thomas Steensen wirkte weiterhin im Vorstand der Hagemann-Stiftung mit, die bereits mehrfach friesische Projekte gefördert hat, und übernahm übergangsweise den Vorsitz.

Buchvorstellung: Am 16. 6. stellten Prof. Dr. Fritz-Ferdinand Zitscher, Hans-Jürgen Krähe und Hauke Koopmann ihr Buch „,Nordfriesland – Weites Herz, klarer Horizont.‘ Ein Vermächtnis. Thusnelda Kühls Erzählung „Rüm Hart – klar Kimming“ nach 100 Jahren ...“ sowie eine Neuausgabe des Buches von Thusnelda Kühl im Nordfriisk Instituut der Öffentlichkeit vor. Thomas Steensen konnte mehrere Journalisten und weitere Interessierte begrüßen.

Am 26. 8. besuchte Adeline Petersen das Gemeentelijk Centrum voor Onderwijsbegeleiding (GCO) Fryslân, Ljouwert/Leeuwarden, um weitere Kooperationsmöglichkeiten zu beraten und weiteres westfriesisches, für den nordfriesischen Unterricht nutzbares Material zu prüfen.

Am 7. 10. kamen der Vorstand des Institutsvereins und der Plattdeutsche Rat im Nordfriisk Instituut zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um Möglichkeiten des Zusammenwirkens zu beraten.

Am 23. 10. hielt das neue Gremium „DialogForumNorden“ eine Sitzung im Institut, über dessen Arbeit und aktuelle Situation Thomas Steensen berichtete.

>>  Nach Oben  <<

M. Arbeitsgruppen

1. Interessengemeinschaft Baupflege

(Vorsitzender: Gerd Kühnast)
Vorstand: In Berichtsjahr wurde der Vorstand neu gewählt. Er besteht nach der Änderung der Satzung in Punkt 8 aus den Mitgliedern mit Funktionen (Vorsitzender, Stellvertreter, Schriftführer und Kassenführer) und bis zu drei Beisitzern. Neu im Vorstand sind Bert Ex (stellv. Vors.), Erika Eifler und Ellen Bauer (Beisitzerinnen). Jan Leseberg wechselte vom Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zum Amt eines Beisitzers. Der Vorstand tagte dreimal, in Bredstedt und in Simonsberg. Die Mitgliederversammlung fand in Seeth statt.
Neue Arbeitsfelder: Durch den 2. Vorsitzenden, Bert Ex, der mit seiner Familie in Norderdithmarschen lebt, wurde das Augenmerk auf die großen Defizite in der Hausforschung und in der Denkmalpflege im Nachbarkreis gelenkt. Die in Hausforscherkreisen des frühen 20. Jahrhunderts wiederholt geäußerte Meinung, in Dithmarschen sei es für die Erforschung der Hausgeschichte fast zu spät (Lehman 1927), erweist sich nach einigen Erkundungsfahrten auf der Geest und in der Marsch als falsch. Es gibt einen Bestand, der Anlass für ein dringend anzuschiebendes Hausforschungsprojekt sein sollte: zahlreiche Hallenhäuser auf der Geest und späte Gulfscheunen aus dem 19. Jahrhundert am Geestrand und in der Marsch. Ähnliches gilt im Übrigen auch für Eiderstedt. Die Erforschung der Haubarge betrifft bis heute nur eine Handvoll der bekannteren Gebäude und über die Vorgängerschicht (vor 1600), die aus Langhäusern bestand, gibt es nur wenig mehr als Vermutungen. Auch hier dürfte ein Forschungsprojekt manche Überraschung ergeben. Die Ergebnisse dendrochronologischer Untersuchungen im vergangenen Jahr durch die IGB stützen diese Einschätzung.
Veranstaltungen/Aktivitäten: Im Mai wurden erste Dendro-Proben in Dithmarschen und Eiderstedt genommen. Erika Eifler sichtete für die IGB den Nachlass des Archäologen und Hausforschers Prof. Dr. Hermann Hintz in Südbaden und stellte die vielfach in unterschiedlichsten Zeitschriften und Tageszeitungen publizierten Aufsätze in Kopien zusammen, soweit sie Nordfriesland und Schleswig-Holstein betreffen. Hermann Hintz erarbeitete in den 1950er Jahren für das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte die Denkmaltopographie für das nordfriesische Festland (1954). Neben der Archäologie interessierte ihn die Entwicklung der verschiedenen Hausformen, wo immer er sich aufhielt, speziell aber für den norddeutschen Raum. Die Aufsatzsammlung kann im IGB-Archiv im Nordfriisk Instituut eingesehen werden. Die Mitgliederversammlung in Seeth war Anlass für einen hauskundlichen Dorfrundgang.
Veröffentlichungen: Vorarbeiten für die Herausgabe eines Buches zum 25-jährigen Bestehen des Vereins (2005) wurden geleistet. Diese und die Sichtung des Hintz-Nachlasses wurden durch einen Landeszuschuss ermöglicht. Wegen Krankheit erschien Der Maueranker nicht wie gewohnt in vier Ausgaben, sondern in zwei Doppelnummern zu je 48 Seiten.
Beratung: Die Beratungsarbeit war wie immer vielfältig und meistens erfolgreich. Für Norderdithmarschen ist Bert Ex als selbstständiger Fachmann im holzverarbeitenden Handwerk in die Beratungsarbeit eingebunden worden. Die Anfragen bei der IGB betreffen einfache Tipps, und zwar überwiegend zu baufachlichen Themen wie unter anderem Isolierung, Dämmung und Holzbehandlung. Sie vermitteln viele interessante Kontakte und auch neue Mitglieder. Die Aktiven bei dieser Tätigkeit, aber auch alle, die uns ideell und materiell unterstützten, verdienen Dank.

Gerd Kühnast

2. Arbeitsgruppe Geschichte

(Vorsitzender: Sönnich Volquardsen)
Die AG Geschichte lud im Berichtsjahr zu einer eigenen Veranstaltung am 24. Mai im Institut ein. Nach einer Einführung von Prof. Dr. Thomas Steensen in das Thema „Zwangsarbeit in Nordfriesland 1939-1945“ stellte Eva Nowottny vom Schleswiger Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZRG) die Arbeit an dem dort im Auftrag des Kreises Nordfriesland vorbereiteten Gutachten vor. Dr. Jens Owe Petersen und Fiete Pingel stellten kurz die vom Nordfriisk Instituut zu liefernden Beiträge über die Räumung der Dörfer Ahrenviöl und Högel sowie über die KZ-Außenstellen Husum-Schwesing und Ladelund vor (vgl. G). AG-Vorsitzender Sönnich Volquardsen berichtete anschließend von den familiären nordfriesischen Wurzeln und Hintergründen des Historikers und Nobelpreisträgers Theodor Mommsen. – Zudem wurde die Arbeitsgruppe gezielt eingeladen zum Historiker-Treffen in Husum am 8. November (vgl. G).


Sönnich Volquardsen

3. Arbeitsgruppe Genealogie

(Vorsitzender: Jens Uwe Nissen / stellvertr. Vorsitzende: Karna Voigt)
Am 24. Mai kam auch die AG Genealogie zu einer Tauschbörse zusammen. Sie musste von ihrem bisherigen Tagungsort in der Bibliothek des Nordfriisk Instituut wegen des großen Interesses in den Versammlungsraum verlegt werden. AG-Mitglied Gerhard Deutschmann gab eine Einführung in die Nutzungsmöglichkeiten des Internet für Familienforscher.


Jens Uwe Nissen

Fiete Pingel fungierte weiterhin als Sekretär der Arbeitsgruppen 2 und 3.

4. Arbeitsgruppe Sprache und Literatur

(Vorsitzender Prof. Nils Århammar)
Die AG Sprache und Literatur kam im Berichtsjahr zweimal zusammen. Am 21. Juni wurde den Teilnehmenden das neue Verzeichnis der Theaterstücke des Schreibwettbewerbs 1996 vorgestellt (vgl. F). Dazu gaben die Institutslektorinnen Antje Arfsten und Adeline Petersen gemeinsam eine Einführung mit einer vergleichenden Analyse der zum Wettbewerb eingesandten rund 50 Theaterstücke. Im zweiten Vortrag des Nachmittages behandelte Nils Århammar „Nordfriesland und die Nordfriesen im Spiegel ihrer bildlichen Redensarten“ und regte zu ergänzenden Sammlungen der nordfriesischen Phraseologie auch aus der lebendigen Sprache an.
Bei der zweiten Veranstaltung am 15. November in Dagebüll ging es um die Schreibweise der Fremdwörter im Nordfriesischen. Dr. Birgit Kellner, ausgewiesene Orthographiespezialistin und Bearbeiterin eines deutsch-sylterfriesischen Wörterbuchs in Kiel, lieferte in ihrem Vortrag eine Übersicht der bisher verwendeten Schreibweisen einzelner Fremdwörter und Worttypen im Sylterfriesischen. Nils Århammar schloss sich an mit einer Inventarisierung der bisherigen Schreibungen des Suffixes -tion/-sion in den unterschiedlichen nordfriesischen Dialekten. Beide Vortragenden machten Vorschläge zur Normierung der nordfriesischen Fremdwörterorthographie. Nach einer lebhaften Diskussion wurde angeregt, Vorschläge für eine verbindliche Festlegung zu erarbeiten. Prof. Jarich Hoekstra erklärte sich bereit, zusammen mit Birgit Kellner ein Konzept zu erarbeiten. – Im Anschluss zeigte Claas Riecken seinen neuen Videofilm über den bekannten Föhrer Dichter und Sprachpfleger Dr. L. C. Peters.

Adeline Petersen/Nils Århammar

>>  Nach Oben  <<


    Arbeitsbericht 2003
Arbeitsbericht 2003
Version 1

(Dateigröße: ca.
3 MB)

Arbeitsbericht 2003
Arbeitsbericht 2003
Version 2

(Dateigröße: ca.
100 KB)