Nachlässe Schmidt, Kambeck, Hansen, Nickelsen     H  
   

Bei den folgenden vier Nachlassbeständen des Nordfriisk Instituuts konnte die von den Nachlassbildnern ausgehende Ordnung beibehalten werden. Der Inhalt aller vier Nachlässe ist durch Findlisten derart detailliert nachgewiesen, dass auf eine Neu-Klassifizierung nach den Prinzipien des Instituts verzichtet werden konnte.

Der 19 Archivkartons umfassende Teilnachlass des Sylter Lehrers und Sprachpflegers Hermann Schmidt (1901-1979) enthält zum überwiegenden Teil Zeitungsausschnitte zu Themen der historischen Heimatkunde und des regionalen Geschehens auf Sylt und in Nordfriesland von etwa 1930 bis Ende der 1970er Jahre. Dazu kommen Unterlagen und einzelne Briefe zur Arbeit an der sylterfriesischen Zeitungsbeilage Fuar Söl'ring Lir, die Schmidt von 1926 bis 1939 und von 1953 bis 1970 herausgab, zur Wörterbucharbeit und zu weiteren friesischen Themen.

Der in Essen geborene Bauingenieur Werner Kambeck (1910-1981), der aus beruflichen Gründen nach Nordfriesland kam und sich hier in vielfältiger Weise für das Gemeinwesen einsetzte - so unter anderem als Kommunalpolitiker und 1971-1980 als Schatzmeister des Vereins Nordfriesisches Institut -, befasste sich auch mit Studien zur Regionalgeschichte. Materialien zur Husumer Südermarsch und zur Wasserlösung Südwesthörn bilden den Hauptteil seines im Nordfriisk Instituut verwahrten Nachlasses, der drei Archivkartons umfasst.

Der Nachlass des engagierten Friesen und langjährigen zweiten Vorsitzenden des Frasche Feriin for Naibel-Deesbel än trinambai Johannes Hansen (1917-1988) umfasst sieben Archivkartons und enthält vor allem Zeitungsausschnitte und kleinere Druckschriften aus den 1960er bis 1980er Jahren, die so unterschiedliche Themen berühren wie die Flutkatastrophe von 1962, Häuser in Nordfriesland, Biiken auf Inseln und Festland, Maler und Schriftsteller, Komponisten und Musiker sowie auch das Wetter und alte Sitten und Gebräuche. Dokumentiert ist zudem eine Reihe von friesischen Texten.

Der aus Hellevad in Nordschleswig stammende Dr. Hans Christian Nickelsen (1934-1983) gehörte zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Nordfriisk Instituut in dessen Gründungsphase. Seine Witwe Katharina Nickelsen übergab dem Institut Materialien aus dem Nachlass des Sprachforschers und Historikers, die mit der friesischen Arbeit in Zusammenhang stehen. Reimer Kay Holander, früherer langjähriger Institutsgeschäftsführer, ordnete den Bestand in neun Abteilungen:
1. Studien und Arbeiten (Unterlagen zu den Veröffentlichungen Hans Christian Nickelsens zum mittelalterlichen Nordfriesland und zu seiner Dissertation über das Sprachbewusstsein der Nordfriesen in der frühen Neuzeit)
2. Nordisches Institut /Nordfriesische Wörterbuchstelle
3. Friesische Organisationen (Insbesondere Unterlagen zur Sprachpflege in den nordfriesischen Vereinen sowie zur interfriesischen Kooperation um 1930 und in den 1950er und 1960er Jahren)
4. Nordfriesisches Institut (Materialien zur Gründung des Instituts, zum Nordfriesischen Jahrbuch und zu Institutsprojekten der Jahre 1964 bis 1978)
5. Materialien von anderer Hand (Kopien, Abschriften und Manuskripte zur nordfriesischen Sprachkunde)
6. Privates (Lebensläufe, Arbeitsverhältnisse, Korrespondenzen)
7. Gedrucktes Material (Zeitschriften, Zeitungsartikel, Sonderdrucke)
8. Zettelsammlungen (Wörterbuch- und Bibliographiezettel)
9. Tonbänder