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Die "freien Friesen"


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Den Friesen an der Nordsee wird ein besonderes Maß an Autonomie zugeschrieben, die "friesische Freiheit". Das soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegte Buch "Die 'freien Friesen'. Geschichte und Perspektiven der Selbstverwaltung in den Frieslanden" versammelt 13 Beiträge zu einzelnen Aspekten dieses Themas. Der von Harry Kunz, Fiete Pingel und Thomas Steensen herausgegebene Band bietet die Ergebnisse der vom Bundesinnenministerium geförderten Konferenz "Die ?freien Friesen? im 21. Jahrhundert. Geschichtsbilder, Traditionen und Selbstverständnis der friesischen Volksgruppe in Deutschland - 7. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut". Der Druck wurde aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein über den Frasche Rädj finanziert.

Die Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut nehmen traditionell Themen in den Blick, die alle drei Frieslande betreffen. Bei der Konferenz ging es um die Rolle der Freiheits-Tradition für die friesische Identität und für die Außenwahrnehmung der Friesen, das betont Professor Dr. Thomas Steensen in seiner Einführung.

Für die Westfriesen in den Niederlanden zählt die mittelalterliche Zeit der autonomen Selbstverwaltung zu den prägenden Epochen der Geschichte. Die Überlieferung spielte auch bei der Entstehung der modernen friesischen Identität eine Rolle. Das geht aus den Beiträgen der Historiker Kerst Huisman, Otto S. Knottnerus, Professor Dr. Hans Mol und Dr. Oebele Vries hervor. Viele Ostfriesen sehen die "Friesische Freiheit" sogar als zentrales Element ihres Selbstbewusstseins. Der Emdener Stadtarchivar Dr. Rolf Uphoff beschreibt die Stellung der Freiheitsrechte im herrschaftlichen System des 17. Jahrhunderts.

Die genossenschaftliche Unterhaltung der Deiche bildet eine wesentliche Grundlage der Selbstverwaltung in Nordfriesland, an der nur Landbesitzer beteiligt waren. Die friesischen Küstenlandschaften waren auf das Zusammenwirken mit der landesherrlichen Obrigkeit angewiesen, für diese aber auch wichtige Partner. In der Überlieferung wird die Autonomie häufig stark idealisiert. Dieses Gesamtbild spiegelt sich in den Beiträgen von Professor Dr. Manfred Jakubowski-Tiessen, Dr. Gerret Liebing Schlaber, Albert Panten und Fiete Pingel.

Nur mit Überzeugung und Engagement kann es gelingen, im modernen Leben spezifisch friesische Elemente bewusst zu machen und zur Geltung zu bringen, das zeigte sich in mehreren Diskussionsrunden der Konferenz, deren Ergebnisse Harry Kunz zusammenfasst. Dabei kann regionale Identität - "Heimat" - vor dem Hintergrund der Globalisierung entschieden als politische Kategorie gelten. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Robert Habeck, Schriftsteller und grüner Landesminister. Volksgruppen mit ihrer eigenen Kultur bilden eine wesentliche gesellschaftliche Bereicherung. Mit dieser Feststellung fordert der Schweizer Theologe Romedi Arquint, früherer Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen, die Friesen auf, der Mehrheitskultur als selbstbewusste Partner gegenüberzutreten.

 


Kurzbeschreibung:
Harry Kunz, Fiete Pingel, Thomas Steensen (Hrsg.):
Die "freien Friesen".
Geschichte und Perspektiven der Selbstverwaltung in den Frieslanden. Beiträge von der Konferenz: Die "freien Friesen" im 21. Jahrhundert. Geschichtsbilder, Traditionen und Selbstverständnis der friesischen Volksgruppe in Deutschland -
7. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut.
Nordfriisk Instituut Nr. 226. 160 S., ISBN 978-3-88007-384-5
Verlag Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 2013, 12,90 €.
(Mitgliederpreis 10,32 €)

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Redaktion/Contentmanagement: Nordfriisk Instituut

       

Harry Kunz,
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